Biss zum Abendbrot
Ich hatte ja schon vor etwa einem Jahr gebloggt, dass ich Biss zum Morgengrauen gelesen habe. Einige Zeit später folgte dann auch Biss zur Mittagsstunde (was mir nicht so gut gefallen hat) und der vollständigkeithalber dann einige Zeit (ich glaube ich habe schon im September angefangen…..) Biss zum Abendrot, das von mir inzwischen ironischerweise als “Biss zum Abendbrot” betitelt wird
Ich muss inzwischen sogar sagen, dass ich von der Biss-Reihe, jetzt wo ich beim 3. Band angelangt bin, doch eher enttäuscht bin. Ich habe das erste Buch der Serie angefangen, weil mich meine Freundin dazu gebracht hat.
Nichts desto trotz möchte ich hier ein paar Bücher erwähnen, die ich wirklich gut fand:
Der Pate
Ein sehr guter, fesselnder Roman bei dem man bereits beim Lesen eine gute Vorstellung vom New York der 40er Jahre und von der Unterwelt und dem organisierten Verbrechen bekommt. Auch der Film Der Pate mit Marlon Brando und Al Pachino ist super! Seit dem Buch bin ich ein großer Mafiafan.
Der Vorleser
Bernhard Schlinks Roman “Der Vorleser” handelt vom (zu Beginn des Romans) 15 Jährigen Michael und seiner Beziehung zu einer erwachsenen Frau namens Hanna. Der Roman wurde nun auch mit Kate Winslet verfilmt. Das Buch befasst sich mit den Themen Analphabetismus, dem Umgang mit Tätern im Nationalsozialimus sowie mit dem Generationskonflikt der 1950er Jahre.
Ich habe das Buch übrigens schon gelesen, bevor ich erfuhr dass es einen Film dazu geben wird
Effie Briest
“Ich wünschte Effie Briest wäre auf Seite 3 von der Schaukel gefallen” ist der Name einer sehr oft gewählten Gruppe im SchülerVZ, ich bin allerdings nicht in dieser Gruppe vertreten
denn im Gegensatz zu anderen Büchern, die für das Zentralabitur 2009/2010 (unter anderem Dantons Tod und Don Carlos) verpflichtend sind überzeugt Effie Briest (von sehr langen Sätzen mit unzähligen Nebensätzen abgesehen) mit einem angenehmen Schreibstil.
Kritisch anzumerken ist, dass der eigentliche Klimax des Buches (Effies Ehebruch), so wie er im Buch geschildert wurde, heut zu Tage niemanden mehr vom Hocker reissen kann. Man könnte es auch so beschreiben: Du wartest 500 Seiten lang darauf, das endlich etwas passiert und dann ist es auch schon vorbei ohne das du etwas gemerkt hast… zunächst wirst du dich Fragen ob du Seiten überschlagen hast oder ob welche rausgerissen wurden, aber dann wird dir klar: das war schon alles.
Die Buddenbrooks
Thomas Manns Meisterwek über den Untergang einer bürgerlichen Kaufmanns Familie. Nicht jedermans Sache aber für mich absolut Top. Die einzelnen Charaktere in den verschiedenen Generationen werden detailliert und lebendig beschrieben. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf die Erwartungen des Geschäftsführers der Firma Buddenbrook (erst Jean, dann Thomas) im Vergleich zu den Maßstäben die der Patriarch Johann I gesetzt hat. Und das Scheitern der einzelnen Familienmitgliedern, dabei den Erwartungen der bürgerlichen Gesellschaft und den Erwartungen insbesondere von Thomas Buddenbrook gerecht zu werden. Aber auch Nebenhandlungen und scheinbare Nebencharaktere werden beleuchtet so z.B. Tonys Scheidungen oder Christians Odyssee. Ebenso wird Thomas Sohn Hanno genaustens beschrieben.
Wenn jemand mal einen Sack voll Zeit geschenkt bekommt, kann er sich mit dem Buch rumschlagen oder und als Ergänzung den Film anschauen.
Homo Faber
Walter Faber wäre für einen Psychologen sicherlich ein sehr interessanter Patient. Er hat ein sehr rationales Weltbild, keinen Sinn für schönes oder die Natur sondern vertraut ganz allein auf die Vollkommenheit der Technik. Seine Denkweise ist ungewöhnlich rational, er wirkt gefühlskalt und etwas depressiv. In dem Roman Homo Faber schildert Walter Faber die letzten 5 Monate seines Lebens, in denen er eine plötzliche Wandlung durchlebt.
Der Roman von Max Frisch ist sehr gut geschrieben und leichter zu lesen als die anderen Bücher die ich in dieser Liste vorgestellt habe.
Das Parfum
Das Buch ist super, den Film hab ich nicht gesehen. Sehr interessant, gut beschrieben etc. etc. vieles was auf die vorherigen Bücher zutrifft trifft hierauf auch zu
Das Buch handelt von Jean-Baptiste Grenouille er kommt auf einem französischen Fischmarkt zur Welt, seine Mutter will ihn wegschmeißen weil sie nicht merkt dass sie das Kind lebend zur Welt gebracht hat. Daraufhin wird sie verurteilt und Grenouille kommt erst in ein Kloster und dann zu einer Pflegemutter. Er unterscheidet sich erheblich im sozialen Verhalten von anderen Kindern in seinem Alter und generell von jedem anderen menschlichen Wesen. Er wirkt verschlossen und geistig zurück geblieben, sondert sich ab und reduziert alles auf den Geruch. Grenouille hat einen unfassbar guten Geruchssinn, er kann einfach alles riechen. Im Verlauf des Buches versucht er seinen Geruchssinn und die seine soziale Stellung aufzuwerten.
Mit Sicherheit auch gut:
Zusätzlich möchte ich hier noch einige Werke lobend erwähnen, die ich ehrlich gesagt nur angelesen habe. Aber ich habe mir schn 1000000 Mal vorgenommen sie zu Ende zu lesen
Les Miserablés
Zu deutsch: Die Elenden von Victor Hugo. Mehrfach ausgezeichnet, sehr dicker Wälzer viele sehr tiefsinnige Charaktere und auch historisch empfehlenswert. Für die jenigen die es schneller wollen: Der Film mit Gerald Depardieu und Christian Clavier ist ebenfalls top! Eigentlich sind auch so gut wie alle anderen historischen Filme mit Gerald Depardieu (oftmals ebenfalls mit Christian Clavier) sehr empfehlenswert. Ich mag historische Filme, ebenso wie historische Romane
Woyzeck
Ich bin kein großer Fan von Georg Büchner, ich fand sein Drama Dantons Tod eher fragwürdig und mir wurde – im Hinblick auf den historischen Hintergrund und die politischen Aktivitäten Büchners – seine Intention nicht ganz klar. Das lag wohl daran, dass Büchner politisch eindeutig Anhänger von Robespierre war, Danton im Buch aber klar als Protagonist dargestellt wird… auch die Bezeichnung Drama, finde ich etwas irreführend, da sich ein Drama durch einen dramatischen Moment, eine Katastrophe (Tod des Helden) auszeichnet. Aber Dantons Tod kann doch aus Büchners Sicht keine Katastrophe sein, wenn er es politisch unterstützt gegen die Gegner der sozialen Revolution vorzugehen und das Verfahren, mit dem St. Just und Robespierre gegen die Dantonisten vorgehen als einzig richtige Lösung ansieht – paradox?
Ok, vom Thema abgekommen: Woyzeck gefällt mir im Gegensatz zu Dantons Tod doch sehr gut. Es ist weit aus ansprechender (auch von der Thematik). Negativ anzumerken ist, dass das Buch in hessischem Dialekt gehalten ist
Bücher, die man lesen kann, wenn man in Frührente ist oder gesundheitlich bedingt längere Zeit ausfällt also: Verzweiflungstaten
Die Wanderhure und alle Nachfolger dieses Romans
Iny Lorenz hat es geschafft einen anspruchslosen und historisch etwas fragwürdigen Roman auf den Markt zu bringen, der die Massen begeisterte. Die Wanderhure schildert das Schicksal der Bürgerstochter Marie, die von ihrem Verlobten reingelegt wurde und von nun an als Hure durch die Welt des deutschen Mittelalters ziehen muss. Begleitet von ihrer neuen Freundin Hiltrud.
Obwohl die Frauen in diesem Roman eindeutig die Protagonisten spielen, werden sie in vielen Fällen auf die sexuellen Gelüste der Freier reduziert. Iny Lorenz ist übrigens auch sehr begabt darin sich immer wieder neue kreative Um- und Beschreibungen für Geschlechtsorgane, den Akt oder Vergewaltigungen einfallen zulassen. Interesst ist, dass neben der vollkommenen Reduzierung der Frau auf sexuelle Handlungen im Ernstfall Frauen aber auch vollkommen emanzipiert auftreten und zum weiteren Verlauf der Handlung beitragen. Z.B. reist Marie persönlich zu Kaiser Siegesmund um mit ihm zu sprechen und findet natürlich auch gleich Gehör…
Insgesamt muss man sagen, dass das Mittelalter in seiner Form als eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte in diesem Buch sehr naiv beleuchtet wird und auch die gesellschaftliche Stellung der Frau vollkommen und komplett überbewertet wird… wenn ich das schon höre.. Frauen.. emanzipiert…ha!!