Immer öfter werde ich darauf angesprochen, dass ich ja „Geld durchs Nichtstun“ verdienen würde. Denn, was mache ich schon? Ich bin mit meiner Firma im Bereich Internetmarketing tätig. Das beudetet wir bauen Webprojekte auf um dann darauf mit Werbung Geld zu verdienen. Das hört sich vielleicht – im ersten Moment – nach „Nichtstun“.

Aber die Realität sieht ganz anders aus:

1. Die Idee

Alles beginnt, mit einer Idee. Am Anfang ist es nur eine abstrakte Vorstellung, vielleicht ein paar Grundsätze, was man denn überhaupt machen möchte, was man damit erreichen will?

2. Das Konzept

Nun gilt es, die Idee zu strukturieren. Sie in Worte zu fassen, so dass sie auch andere verstehen. Erste Überlegungen werden beginnen.

Was will ich überhaupt machen?

Wie lässt sich das technisch Umsetzen?

Wie liefert ich den Content? (Selbst schreiben? Schreiber suchen?)

Was für ein Design stelle ich mir vor und wie möchte ich das Umsetzen?

Wie kann ich Design, Suchmaschinenoptimierung, Technik, Ladezeit usw… alles unter einen Hut bringen?

Wie will ich diese Idee bewerben?

Wie groß soll das Projekt eigentlich werden? (Viel Werbung? Viel Webspace? Viel Arbeit?)

Von was für einem Arbeitsaufwand ist auszugehen?

In welcher Zeit will ich diesen Arbeitsaufwand bearbeiten?

Was erhoffe ich mir von diesem Projekt? (Bekanntheit, Einnahmen?)

Ist der Arbeitsaufwand – also das, was ich einbringe – mit dem vergleichbar, was ich erwarte? Kurz: Lohnt es sich?

Als Beispiel, möchte ich ein wenig über die Planung für unser Onlinemagazin zum Thema Musical&Theater (www.musical-fanpage.de) erzählen:

Angefangen hat es auch hier mit einer Planung. Wir wollten ein aktuelles Musicalmagazin, das hauptsächlich von Fans geschrieben wird. Dies ermöglichte uns, dass wir, was „Marktforschung“ anbelangte „direkt an der Quelle“ saßen. Denn: Die Menschen, die in unserer Redaktion schreiben, sind auch genau die Zielgruppe. Sie wissen, was sie gerne lesen würden. Wir haben das ganze also von Anfang an als eine Art „Fanprojekt“ aufgezogen. Den Content lieferten unsere Redaktionmitglieder. Der Arbeitsaufwand war dank vorher programmiertem CMS relativ gering. Das Design ist schlicht und übersichtlich, derzeit verwenden wir ausschließlich Textlinks zum auf internes Aufmerksam zu machen. Die URLs haben wir mit mod_rewrite Suchmaschinenfreundlich umgeschrieben (auch das, waren Überlegungen die wir uns gemacht haben, als wir das CMS geplant haben!)

3. Die Umsetzung / Der Aufbau

Webspace muss angemietet werden, bzw das Projekt wird auf dem eigenen Server gehostet. Eine Domain wird eingerichtet. Das Projekt muss programmiert werden oder man installiert vorgefertige Lösungen we bsp. eine WordPress-Blog o.ä. Das Design wird angefertigt, bzw. ein Template installiert und angepasst. Der Content wird (sofern er überhaupt schon geschrieben wurde!) auf die Webseite gebracht.

4. Suchmaschinenoptimierung

Die Seite wird meist schon im Rahmen des Aufbaus Onpage optimiert (Titel, Keywords verteilen, Überschriften Nutzen usw.) aber nun müssen auch Links gesammelt werden.
Viele sind der Meinung, dass die Links von ganz alleine kommen, wenn man „seine Arbeit gut“ macht. Da ist auch einiges wahres dran. Nur trotzdem muss man da oft ein wenig nachhelfen indem man seine Seite publik macht.

5. Werbung

Mein Lieblingsthema :) Die Webseite muss bekannt gemacht werden, z.B. indem man sie (je nach Thematik) in Foren ankündigt oder in Netzwerken. Manchmal reicht auch schon ein Eintrag in den Blog des Entwicklers (sofern dieser bekannt genug ist) um die Lawine zum rollen zu bringen, denn je nach Thematik, fangen alle anderen Blogger an davon abzuschreiben und das neue Projekt wird in der Blogosphäre heiß diskutiert. So einfach ist es leider nicht immer. Oftmals muss man da ein wenig nachhelfen. Z.B. indem man Werbung auf anderen Webseiten einkauft oder indem man (je nach Thematik) auf klassische Werbung zurückgreift: Flyer (furchtbares Werbemittel…), Plakate, Aufkleber. Manch einem gelingt es auch seine Projekte im Rahmen eines Presseberichts bekannt zu machen. Dafür muss die Idee aber entweder richtig gut sein, oder die Kontakte stimmen.

6. Ihr Besucherlein kommet…

Nun müssen die Leute kommen und zwar in Scharen. Und natürlich die Suchmaschinen. Täglich kämpft man um gute Plätze im Google Index und betet für steigende Besucherzahlen. Qualitativer Content und gute Werbung machen hier verdammt viel aus.

7. Jetzt gehts ans Geldverdienen.

Wenn die Besucherzahlen stimmen, lohnt es sich aufeinmal auf seiner Seite Google Adsense oder Banner von Zanox/Afilinet/Tradedoubler oder was auch immer einzubinden, in der Hoffnung, dass die Statistik recht behält und ein paar % der Besucher einen entsprechenden Umsatz generieren.

Hierbei verlassen sich viele Webworker auf das Prinzip von Sinaloa, was „Safty in Numbers and (the) law of average“ bedeutet also: Die Sicherheit liegt in Zahlen und dem Durchschnittsgesetz. Das erste Mal bin ich durch den Moneycoach Bodo Schäfer auf dieses Prinzip gekommen. Es bedeutet einfach so viel wie: Wenn man einen Vorgang oft genug wiederholt, erkennt man irgendwann einen Durchschnittswert, der immer gleich bleibt und auf den man sich verlasse kann. Beispiel: Wenn ich jeden Tag 2000 Besucher habe und den Gewinn dieser Besucher und die Anzahl über mehrere Monate beobachte, dann finde ich irgendwann einen bestimmten Prozentsatz heraus, von denen die Kaufen und weiß, wieviel ich an diesen in etwa verdiene. Dank dieser Erkenntnis, kann ich dann zukünftig besser abschätzen, wieviele Besucher ich in etwa brauche um einen bestimmten Gewinn zu erzielen.

8. Es geht jeden Tag wieder von vorne los :)

Einmal eine Webseite erstellen und dann den Rest seines Lebens von dem abgeworfenen Geld leben ist leider eine Ausnahme. In den meisten Fällen müssen die Seiten täglich geupdatet werden, neuer Content wird eingestellt, dieser Content wird beworben, man kämpft um gute Suchmaschinenplatzierungen und Besucher. Man macht weiterhin Werbung usw… usw… Es gibt nunmal keinen „Stillstand“ entweder man verbessert oder man verschlechtert sich bzw. kämpft dafür seine Position zu halten – aber auch das ist kein Stillstand. Niemand macht mal eben eine Webseite und verlässt sich dann darauf, dass die in 4 Wochen, 8 Monaten, 2 Jahren noch genauso gut läuft wie heute. Das Internet, die Gesellschaft, die Zielgruppen verändern sich ständig, man muss sich ihnen anpassen.

Also eigentlich ein Job, der mit allem anderne als „Nichts tun“ verbunden ist. Schließlich muss man sich auch ständig weiterbilden. Denn was entwickelt sich schneller als das Internet?


Anmerkungen:

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