Knol: Google vs. Wiki
Was denken Sie bei dem Namen Knol?
Ein Gedanke schoß mir sofort in den Kopf: Knolle! So heißt die unsympathische Vogelscheuche aus der Kinderserie “Bob der Baumeister”. Aber wer interessiert sich auch für den ersten Eindruck bei einem neuen Markennamen. Schließlich assoziierte ich mit “Wiki” (von Wikipedia) auch zu allererst dn Wickingerjungen Wicki aus “Wicki und die starken Männer”. Vielleicht bin ich aufgrund meines 15 Jahre jüngeren Bruders auch einfach vorbelastet.
Fakt ist aber, dass mit Wiki weder ein kleiner blonder Junge – der im übrigen aussieht wie ein Mädchen – noch mit Knol eine Vogelscheuche gemeint ist (wir meinen mit Ajax ja auch weder Fußballverein noch Putzmittel). Sondern bei Knol eine neu geplante Dienstleistung aus dem Hause Google (bei dem Markennamen Google dachte ich übrigens zu allererst an eine unangenehme Halskrankheit, ich weiß bis heute nicht woher diese Assoziation rührte). Und Wikipedia dürfte ja jedem bekannt sein.
Google arbeitet fleissig. Jeder, der die Seite in den letzten Monaten/Jahren aufmerksam beobachtet hat, weiß: Google will mehr als nur ein Suchdienst sein. Schon lange ist Google mehr als nur die allwissende Suchmaschine mit 6 Buchstaben.
Google Docs, die History, Google Mail, Alerts (die gibt es schon verdammt lange), Notizbuch, Webmastertools, Google Analytics, Bilder, Kalender und und und… ich glaube ich brauche den Rest garnicht aufzählen. Mit der Hilfe von iGoogle, der personalisierten Startseite versucht Google an seinem Image zu feilen. Kein einfacher Suchdienst mehr, so etwas wie das Schweizer Taschenmesser im Internet mit dem richtigen Werkzeug für jede Situation und das Schlaue Buch des Fähnlein Fieselschweif (wir erinnern uns an Tick, Trick und Track aus Entenhausen) gibts gratis dazu.
Und genau dieses schlaue Buch wird Knol sein. Der Wikipedia Konkurrent von Google. Massenweise qualitativ hochwertiger Content – davon träumt der User doch. Und das beste: Der muss garnicht erst großartig Indexiert werden, optimiert, verlinkt oder sonst etwas werden, damit er im Google Index ganz oben landet und der Suchende ihn sofort findet. Nein – er wird gleich von Google mitgeliefert.
Trotzdem wird knol nicht wiki sein.
Der Spiegel Online schreibt: “knol verhält sich zu Wikipedia wie eine Monografie zu einem Lexikon. Anders als bei der Wikipedia, wo der einzelne Autor nichts ist, der gemeinsam erarbeitete Inhalt dagegen das Maß der Dinge, sollen knol-Artikel Autorenwerke sein. Am liebsten wären Google offenbar schreibende Fachleute, die hoch kompetent aus ihren Fachbereichen berichten – in Form von stark personalisierten, mit Profilen verbundenen Artikeln.” (Quelle: Google schlägt großen Bogen um Wikipedia.
Daraus folgt auch, dass Artikel doppelt auftauchen können. Im Gegensatz zu Wikipedia, wo alle an einem Ganzen schreiben (von den Artikeln gibt es verschiedene “Versionen”), kann bei knol jeder Autor seinen eigenen Artikel schreiben. Der Vergleich zu einer Fachzeitschrift anstatt zu einem allgemeinen Wissensportal liegt also bei knol näher.