Schon Pareto fand heraus, dass wir 80% unserer Einkommens durch 20% unserer Aktivität erwirtschaften. Zugegeben, das klingt auf den ersten Blick verwirrend heißt aber nichts anderes als:

Wenn ich 10 Stunden am Tag im Büro sitze und am Ende des Tages 100 € verdient habe. Dann habe ich, nach Pareto, 80 dieser Euro in 2 Stunden Arbeitszeit verdient, in denen ich intensiv gearbeitet habe. Diese 2 Stunden müssen aber nicht 2 aufeinanderfolgende Stunden sein. Theoretisch, können es auch zwei Stunden sein, die sich summiert haben… jetzt kommt das Phänomen wohl langsam jedem bekannt vor: Mac hoch fahren, Coke aus dem Kühlschrank holen bzw. Kaffee aufsetzen… wieder an den Schreibtsich setzen.. feststellen, dass es hier furchtbar aussieht, einen Teller vom Vortag wegräumen… wieder an den Schreibtisch setzen… Passwort eingeben… Dreamweaver oder vergleichbares starten… aber erstmal schnell nach Emails gucken… Spam-mails als Spam markieren… Google Analytics ansehen, den Spam Ordner leeren… wieder zurück im Dreamweaver… erstmal in aller Ruhe die Datei suchen, die man benötigt… usw… usw… man schaut auf die Uhr, schon ist wieder eine halbe Stunde vergangen. Am Ende des Tages hat man vielleicht wirklich nur 2 Stunden so intensiv gearbeitet, dass dieses Gesetz auf einen zutrifft. Die restliche Zeit hat man verschwendet oder sich mit Aufgaben beschäftigt, die nur einen kleinen Teil des Gehalts bestimmen. Diese Aufgaben könnte man genauso gut delegieren oder einfach weglassen.

Aber anscheind sucht unser Unterbewusstsein sogar ganz fleissig nach solchen Aufgaben um uns von der Arbeit abzuhalten. Und das beste daran (zumindest bei mir ist es so) je näher der Fertigstellungstermin für ein Projekt rückt, desto mehr Zeitfresser finden sich.

Um diesen Zeitfressern auf die Schliche zu kommen empfehle ich einfach mal mit Hilfe eines Terminkalenders eine Woche oder am besten noch länger haargenau alle Tätigkeiten zu notieren, die man in der Zeit, in der man eigentlich Arbeiten sollte, nun macht. Ganz egal, ob diese Tätigkeiten Arbeiten sind oder Kaffee kochen oder Spammails löschen oder sogar etwas sinnvolles. Am Ende dieser Zeit kann man dann Auswerten, womit man die meiste Zeit “verschwendet” hat.

Gucken Sie alle paar Minuten nach Emails? Surfen Sie ständig in irgendwelchen sozialen Netzwerken rum (Xing, MySpace, Schüler bzw. StudiVZ), das kostet wahnsinnig viel Zeit und Energie, vorallem, wenn man vor sich selbst und anderen ständig Ausreden dafür suchen muss warum man das eigentlich tut. Die Lösung für diese Probleme ist geradezu brutal und wird von vielen Menschen wahrscheinlich schon unterbewusst verweigert: Lassen Sie es einfach sein! Klingt einfach? Ist es aber nicht! Ich bin der festen Überzeugung, dass wir durch das “einfach machen” viel Stress und Ärger sparen können. Deswegen ist eines meiner Lieblingszitate auch das folgende von Johann Wolfgang von Goethe: “Erfolg hat drei Buchstaben: T U N!”. Erstaunlich einfach? Ist es aber nicht, es klingt nur einfach. Genauso wie: Tun Sie es nicht! Das ist noch schwieriger. Vielleicht haben Menschen einfach Angst vor neuem. Nicola Fritze beschrieb das in einer Folge ihres Podcasts mal, als sie auf den “inneren Schweinehund” eingegangen ist (für alle interessierten: www.dasabenteuerleben.de – da gibt es viele Interessante Podcasts zum kostenlosen Download).

Vielleicht geht es nur mir allein so: Aber wenn ich sehr lange an einem Projekt plane und dann auch anfange es umzusetzen, dann schleicht sich bei mir immer wieder das Gefühl ein, dass es doch viel schöner ist, an diesem Projekt immer weiter zu arbeiten und davon zu träumen wie es ist, wenn es einmal fertig gestellt ist. Als das Teil endlich fertig zu machen und womöglich fest stellen zu müssen, dass ich bei meinen Träumen gänzlich übertrieben habe. Wissen Sie was ich meine?

Vielleicht ist genau das die Angst vor etwas neuem. Vielleicht hat man Angst davor, dass man etwas fertig stellt und dann am Ende enttäuscht ist, weil sich der erwünschte Erfolg doch nicht einstellt. Und dank unserer ständigen Zeitfresser im Alltag können wir es immernoch darauf schieben, wenn wir sagen “natürlich hat das Projekt keinen Erfolg, wir haben ja auch nicht konsequent dran gearbeitet”.

Um zum Schluss trotzdem nochmal auf ein paar Tipps speziell für Webdesigner einzugehen:

Arbeiten Sie soviel wie möglich mit Variablen.
Nichts ist nerviger, als wenn man ein Projekt auf dem localhost programmiert, dann hochlädt und überall http://apache.local/~chaimdonnewald/ in “http://www.meinewebseite.de/” ändern muss. Da ist es doch sinnvoller in der Config-Datei eine Variable anzulegen

$pfad = “http://apache.local/~chaimdonnewald/”; und später nur noch

<a href=”<? echo $pfad; ?>”>Link</a> zu schreiben, als überall den Link auszutauschen. Wenn Sie das bisher noch nicht so gemacht haben, dann tun sie es einfach (Just do it!) spart wahnsinnig viel Zeit und Energie. Das gleiche gilt für MySQL-Verbindungen.


Anmerkungen:

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