Unterschichten Musikkultur: Rap-Musik

28. Dez
2010

Ich schreibe gerade an einem Artikel über meine meistgehörte Musik im Jahre 2010 und stelle fest, was wir alle schon lange wussten. Ich höre viel verschiedene Musik aus Genres die unterschiedlicher nicht sein könnten. Manche von euch kennen bestimmt mein Last.fm Profil und wie ihr sehen könnt höre ich viel Phil Collins, viel Meat Loaf aber auch Eminem und KIZ. Ich höre Herbert Grönemeyer, Jamie Cullum, Yann Tiersen, U2 aber eben auch Sido.

Ich denke eigentlich, dass man in jedem Musikgenre etwas finden kann, das einem gefällt und Rap Musik ist nicht immer gleichzusetzen mit sozialen Brennpunkten, Hartz 4, Migrationshintergründen oder generell den Ghetto Kids.

Was ist dran? Rap die Musikkultur des Ghettos

Man kann es nicht abstreiten unter den Rappern findet man eine überdurchschnittlich hohe Quote an Menschen die einen problematischen familiären Hintergrund haben. Rap ist nun mal für viele von ihnen eine Therapie geworden, eine Möglichkeit um ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen und nicht umsonst sind auch Beleidigungen ein unumstrittenes Stilmittel im Rap.

Inzwischen gibt’s immer mehr Jungs die versuchen am eingeschlagenen Image der Rap Musik etwas zu ändern. Ganz vorne natürlich Leute wie F.R., der mit seinem 1er Abi und verdammt durchdachten Texten versucht dem deutschen Sprechgesang ein sauberes und anspruchsvolleres Image zu verpassen. Mit Rap braucht Abitur beispielsweise.

Ja F.R. ist bestimmt ein guter Junge, ich hab selbst ein Album von ihm.

So richtig vom Hocker haut mich seine Musik aber leider nicht, Sorry Fabian!

Richtig, richtig gut ist aber: F.R. Alles was ich habe

Dennoch finde ich den Ansatz Rap Musik zu machen, die zwar vom Genre her Rap ist aber sich vom intellektuellen Anspruch deutlich von anderen Interpreten unterscheidet gut. Ein Ansatz den auch Blumio verfolgt.

Ich bin kein Fan von Blumio! Das meiste was er macht nervt mich ziemlich, seine Musik-Videos haben zwar nen ganz netten Unterhaltungswert aber das ist einfach nicht das was ich möchte, wenn ich Rap hören will. Trotzdem habe ich enormen Respekt davor, dass er versucht mit seiner Musik etwas ganz anderes zu machen, ein Rap-Genre zu schaffen, das vollkommen fern ab vom typischen Rüpel-Rap ist.

Dennoch gibt es einige wenige Songs von Blumio, die mir auch gefallen wie beispielsweise Rosenkrieg. Sehr interessant finde ich es auch, wie oft Blumio in seinen Songs vor allem die Rap Szene an sich thematisiert und sein persönliches Verhältnis zu den Anforderungen die seine Fans an ihn oder eben an Rap generell stellen. Wer in seiner Musik diesen Prozess verarbeitet, der hat seinen genauen Platz in diesem Genre wahrscheinlich noch nicht gefunden dennoch finde ich es sehr interessant mir ab und an anzuhören wie er sich mit dem Phänomen Rapmusik als Präkariats-Belustigung auseinandersetzt.

Rappen is ne’ knifflige Scheiße,
du brauchst die richtige Stimme, du brauchst die richtigen Reime
und ich hoffe wirklich das dieser Song zukunftsweisend is’,
man es is ne’ Scheiß-Arbeit so cool zu sein wie ich !

(…)

Ich mein, es is schon ungewohnt so Worte wie ‘Hundesohn’,
du wirst wahrscheinlich denken, wir Rapper sind dumm wie Brot,
aber wir suchen nur die Aufmerksamkeit, denn die meisten Menschen ließen uns da draußen allein und unsre Musik, sie spiegelt nur unser Leben wieder, ich seh kein Sonnenschein, auf mich prasselt der Regen nieder.

Ich bin überhaupt nicht in der Position jemanden zu kritisieren der Musik macht, denn immerhin bin ich selbst der wohl unmusikalischste Mensch auf der Welt und ich könnte es auch nie im Leben besser machen, dennoch bin ich als Konsument in der Position zu sagen was mir gefällt und was nicht und auch meine Meinung dazuzuäußern. Sowohl Blumio als auch F.R. sind Künstler die noch relativ am Anfang ihrer Rapkarriere stehen und ich wünsche beiden, dass sie sich mit ihrer Musik noch weiter entwickeln, denn prinzipiell sind auch beide gute Jungs, nur ich höre ihre Musik eben – meistens – nicht. Vielleicht ändert sich das.

Warum hab ich die Jungs jetzt mit ihrem – nun ja – eigenartigen Stil erwähnt? Ich wollte darauf hinaus, dass die meisten Leute die sich mit Rap identifizieren versuchen mit ihrer Musik Erlebnisse zu verarbeiten, die sich eben in genau diesen ‘Klischee’-Brennpunkten abgespielt haben. Ich meine so Ghetto-Kids Sido, Bushido und Co. Jungs mit einer Vergangenheit die sich irgendwo zwischen Kriminell und Asozial anordnen lässt und viele von ihnen richten sich auch mit ihrer Musik an eben solche Ghetto-Kids. Doch es gibt noch eine andere Seite der Rap Musik. Wenn man erstmal richtig sucht, dann stellt man fest, dass viele Rapper – die in ihren Songs Beleidigungen als Stilmittel nutzen – in Wirklichkeit sehr intelligente Menschen sind.

Auch Jungs wie Bushido und Sido schaffen es Songs zu produzieren, die verdammt viel Wahrheit enthalten um solche Sachen zu finden muss man aber vor allem eins tun: seine Vorurteile ausschalten. Wer Rap-Musik ganz pauschal abstempelt, der wird solche Songs auch nicht finden.

Bevor das hier wieder zu viel Text wird ein Fazit:

Rap ist ein umfangreiches Musikspektrum mit einer enorm großen Zielgruppe, mit Stilrichtungen die unterschiedlicher nicht sein könnten. Bevor man eine Musikrichtung als ganze Verurteilt, sollte man auch all ihre Facetten kennen und das sind – sogar wenn man sich nur im deutschen Rap Genre bewegt – einfach viel zu viele um sie zu alle zu kennen.

Vorsätze für 2011

26. Dez
2010

Zweiter Versuch.

Nachdem ich heute schon einmal versucht hatte meine Vorsätze für 2011 in Worte zufassen und das in einem umfangreichen Beitrag über Affiliate Marketing und Google geendet ist => Affiliate Marketing, Google Instant und die Universal Search probiere ich es nun mit einem zweiten Anlauf.

Ich sagte ja bereits, ich möchte mehr Affiliate machen. Was möchte ich noch machen?

Universal Search

Ich habe bereits ein bisschen was im Bereich Google Bildersuche gemacht. Das Thema ist super spannend und ich möchte es weiter verfolgen. Die Universal Search bietet so viele tolle Möglichkeiten Menschen in ihren Markenbildungsprozessen zu unterstützen. Egal ob ich ein Bild von mir auf Casanova optimieren möchte oder ob ich eine Freundin mit Partyqueen zum schmunzeln bringen möchte.

In der Bildersuche hatte ich schon den ein oder anderen ungewollten, zufälligen Erfolg den ich aber sehr cool fand. Beispielsweise für Mister Burns:

Direkt das erste, das große Bild verweist auf meinen Artikel über Silvio Berlusconi, der ebenfalls in den Top10 rankt.

Neben der Bildersuche sind natürlich auch Google News und die Blogsuche super interessant und vor allem die Videosuche, die es mir in den letzten Wochen angetan hat. Ich liebe Youtube.

Ich weiß gar nicht, wieso ich nicht schon viel früher damit angefangen habe Videos auf Youtube zu produzieren, es ist einfach wahnsinnig interessant. Bevor dieser Artikel hier wieder zu lang wird oder womöglich noch zu einem eigenen Artikel über Youtube ausufert einfach mal hier gucken: Traffic auf Youtube

Ich will auf jeden Fall meine Youtube Skills ausbauen besonders im Hinblick auf Video SEO, im Hinblick auf verwandte/ähnliche Videos und die interne Suche, vor allem aber will ich mehr mit der Universal Search machen das heißt ich habe einen Vlog aufgesetzt, die Adresse werde ich euch in wenigen Tagen bekannt geben. Dort erscheinen nun mindestens zwei Mal wöchentlich Videos von mir mit einem Kommentar in Textform. Darüberhinaus wird ein Google Maps Ausschnitt eingebaut um zu zeigen wo das Video entstanden ist und das Video selbst wird eingebunden und ich verweise auf der Originalvideo so das man meinen neuen Kanal abonnieren kann. Dann möchte ich dass in der Universal Search meine Videos auftauchen, allerdings nicht mit einem Link zu Youtube sondern zu meinem Vlog. Den Vlog werde ich zusätzlich über einige Social Media Kanäle promoten und auch in der internen Suche möchte ich punkten.

Local!

Und da wären doch auch noch die Local Guides an denen ich aktuell fleissig schreibe. Rezensionen und Empfehlungen für Restaurants, Discotheken und ganze Städte. Damit möchte ich vor allem für Suchanfragen mit lokalem Hintergrund gefunden werden. Gedanken dazu habe ich mir schon vor einiger Zeit gemacht: Suchverhalten mit lokalem Hintergrund.

Brands baby!

Als ich heute schon über Affiliate Marketing geschrieben hatte, bin ich bereits auf Brands eingegangen. Hier gibt es auch eine Menge Potenzial und ich möchte mich vor allem bei meinem aktuellen Hauptarbeitgeber dem 3GStore austoben wenn es um die Optimierung von Brand-Kram geht.

Und neben dem Internet?

Das ganze ufert gerade ziemlich zu einem zweiten Blogpost über SEO und Internetmarketig aus, deswegen will ich abschließend noch einmal auf private Ziele eingehen.

Ich werde 2011 mit großer Wahrscheinlichkeit nach Bochum ziehen und da mein Hass auf die Deutsche Bahn momentan seinen Höhepunkt erreicht hat, werde ich mir wohl bald auch ein Auto zulegen. Darüber hinaus habe ich mir das Studium noch nicht vollkommen aus dem Kopf geschlagen.

Was aber viel wichtiger ist, ist dass ich momentan vor allem dafür dankbar bin, dass es mir 2010 so gut ergangen ist. Dass ich mein Abitur bestanden habe und wenige Monate später bei Fliks angefangen habe, dass ich zwar eine 3,5 jährige Beziehung beendet habe aber wenig später eine neue eingegangen bin. Dass zwar mein Hamster Google verstorben ist, es aber meinem Hund Duke G”tt sei Dank gut geht, dass meine Oma zwar 2010 zwei Schlaganfälle hatte aber G”tt sei dank inzwischen wieder fit ist und keine großartigen Schäden davongetragen hat und meine restliche Familie gesund ist. Und das zwar gute Freunde nach dem Abitur von hier weggezogen sind, wir aber immer noch ein sehr gutes Verhältnis haben und uns regelmässig besuchen.

Und das ist eigentlich das wichtigste, wenn es einfach so bleibt, wie es jetzt ist, dann bin ich schon vollkommen zufrieden und ob ich dann ein Fernstudium oder ein Vollstudium mache, ob ich Fliks erhalten bleibe oder meine Arbeitszeit wg. des Studiums noch weiter einstelle oder ob ich mir doch kein Auto kaufe sondern doch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln bleibe oder was auch immer ist in Anbetracht der eben genannten Punkte nebensächlich.

Was ist eigentlich die Bohème?

22. Dez
2010

Bohème ist ein Wort, das komischerweise im Internet neu in Mode gekommen ist. Zumindest wer einen Sascha Lobo verfolgt oder auch sonst seine Followings in ähnlichen Kreisen ansiedelt, wird über das Stichwort “Digitale Bohème” nicht hinweggekommen sein. Wer noch nicht weiß, was die Bohème nun wirklich ist, der sollte sich den Wikipedia Artikel dazu nun einmal auf der Zunge zergehen lassen:

Alle Bohèmebewegungen weisen ein hohes Maß an Selbstreferentialität auf. Ihr beliebtestes Motiv sind sie selbst.

Soweit so gut, bis dahin würde auch ich mich gern mal als Bohème bezeichnen, doch es geht noch weiter. Schreiten wir doch einmal zu den Bohème Merkmalen vor.

Im Café findet die Bohème zum einen Öffentlichkeit, die sie braucht, um ihre symbolischen Aggressionen wirksam werden lassen zu können – auch Bürger verkehren, größtenteils aus Neugier, in den Bohèmelokalen -, zum anderen die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auf der Basis von Philisterhass und bohemischem Lebensgenuss zusammenzutun. Noch andere Motive spielen eine Rolle: zum Beispiel triste, unbeheizte Wohnverhältnisse, die Notwendigkeit, um der äußeren Existenzerhaltung und inneren Selbstbestätigung willen Anschluss an Freunde, Gönner, Bewunderer, Nachahmer zu finden, die Suche nach Ruhm oder ein Sprungbrett zum Erfolg.

Würde ich versuchen dieses Café in die heutige Zeit zu übertragen, fällt mir doch spontan Starbucks ein und vor meinem inneren Auge purzeln just in diesem Moment unzählige Twitteravatare an einer imaginären Timeline herunter. Junge Menschen, die mit ihrem MacBook oder ihrem iPod Touch viel zu viel Zeit bei Starbucks verbringen, damit zu twittern oder wie sie es selbst nennen “zu arbeiten“.

und weiter geht es mit der bürgerlichen Arbeit und der Armut:

Ist der Bohemien gezwungen, einem bürgerlichen Beruf nachzugehen, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, empfindet er dies meist als unerträgliche Sklaverei. Mit der Bejahung der Kunst geht die Verneinung entfremdeter Arbeit Hand in Hand. Der Erwerbsgedanke ist dem Bürgerstereotyp zugeordnet.

so dass Armut zu einem charakteristischen Merkmal der Bohème wurde und vielfach in ihren Werken idealisiert und romantisiert wurde.

Das ganze erinnert mich an die Geschichte eines Freundes, der jemanden in seinem Studiengang hatte, der zwar bereits im Jahre 2008 ein MacBook Pro und ein iPhone besaß aber sein MacBook Pro immer unter dem Bett verstecken musste, wenn er nicht zu Hause war, weil die Tür seiner 1-Zimmer-Bude irgendwo im sozialfreundlichen Wohnen sich nicht mehr richtig verschließen ließ und so – theoretisch – jeder mit festem Willen in die Wohnung hätte eindringen können.

Den ganzen Artikel findet ihr hier: Bohème

Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung am Rande:

Ich sitze selbst gerne in Cafés und ich denke, dass dies ein wunderbarer Ort ist um einfach mal in Ruhe einige Mails zu beantworten und auch um zu arbeiten, darüberhinaus bin ich ein großer Freund des Co-Workings und denke generell, dass wir uns in der glücklichen Position befinden immer und überall arbeiten zu können so fern es einen Internetanschluss und eine Steckdose gibt, sei es nun am Nordpol oder bei Starbucks. Außerdem sind viele meiner Freunde genau in diese Kategorie einzuordnen, es liegt mir fern Menschen für etwas zu verurteilen, was sie tun, denn so lange es funtkioniert scheinen sie es ja richtig zu machen. Ich hasse es, solche Randbermerkungen unter meine Artikel zu schreiben, weil ich mir eben wünsche, dass jeder meiner Leser mich so gut kennen würde, dass er von allein versteht, dass ich die zynischen Bermerkungen nicht böse meine, doch leider habe ich noch nicht genug an Popularität gewonnen um mir solche Disclaimer sparen zu können.