Kann das Brand Update für deine Affiliate Seite gefährlich werden?

Auf der Rückbank eines dreckigen Alfa Romeos, Ex-Häftlinge und… ach mein literarisches Talent ist doch eigentlich viel zu schade um es für DIESE Art von Webseiten zu vergeuden, ich sollte lieber das Genre wechseln und ein paar Groschenromane verfassen, die dann zum Bestseller der Bahnhofsvorhalle werden können.

Es ist längst ein offenes Geheimnis, dass ich gerne mal im Adult Webmaster Bereich unterwegs bin. Wisst ihr was? Als ich mit Erotik angefangen habe, also Sextoys und sowas, da habe ich gedacht ich stehe im Wald. Ich hab mir die Backlinkstruktur anderer Seiten angesehen, Sexshops, Affiliate Seiten etc. und ich dachte mir „okay du stehst im Sumpf“. Besonders Richtung Escort findet man einen Sumpf voller billiger Bookmarking Dienste, Artikelverzeichnisse, Satellitendomains. Ich dachte tiefer kann man nicht sinken, mein G“tt war ich naiv.

Später habe ich Sexcams gemacht, Livesex, Camsex sowas eben der ganze Amateur-Content, ich hab mich umgesehen in dem Bereich, ich habe gelacht – ja es war ein sehr bitteres lachen, denn mir wurde auf einmal bewusst was es überhaupt bedeutet wenn man mitten im Sumpf steht.
Gästebuch Spam auf irgendwelchen Vereinsgästebüchern die seit dem Jahre 2003 nicht mehr gewartet wurden. Mitbewerber registrieren sich für ihre Camseite rund 500 Satellitendomains, die alle die selbe Keywordkombination in der Domain haben und sich nur durch eine Zahl am Ende des Keywords im zweistelligen Bereich unterscheiden, also zum Beispiel „Sexcams99“ oder „Livecam44“ oder sowas. Dann sind sie alle untereinander verlinkt und mit ein paar billigen Texten bestückt worden. Gepusht wird dann noch mit ein paar Gästebucheinträgen, Bookmarks oder Webkatalogen und fertig ist das Adult Webmaster Netzwerk.

Doch auch hier war ich wieder zu naiv, als ich wirklich dachte auf der untersten Stufe des menschlichen Schaffens angekommen zu sein, denn es geht einfach noch schmutziger und noch billiger. Ja das Stichwort heißt Porn, also richtige Pornwebseiten. Mit so Clips drauf zum ansehen und runterladen. In den letzten Monaten habe ich die abenteuerlichsten Sachen gesehen was Linkbuilding angeht, also wirklich eine gefühlte Millionen Webseiten aufgesetzt mit genau dem selben Content die alle untereinander verlinkt wurden und… Ja es tut mir Leid liebe White-Hat SEOs dass ich das jetzt sagen muss: aber es funktioniert verdammt noch mal!

Affiliate Marketing in 2011?

Ich bin eigentlich kein Fan von Jahresvorsätzen, dennoch hab ich mir mal ein paar Gedanken gemacht. Mein wohl größter Vorsatz für 2011 ist: Mehr Affiliate Marketing machen! Es vergeht eigentlich kein Monat an dem ich nicht beteuere, dass ich ungern für Kunden arbeite, dennoch tue ich es. Klar Kunden sind einfach schnelles Geld und für einige ist es auch wirklich erträglich. Ich habe im Jahr 2010 schon mein halbes Portfolio ausgemistet was Kundenarbeit anging, anders wäre es neben Fliks auch nicht gegangen. Jetzt arbeite ich bei Fliks seit dem 01.12.2010 nur noch 30 Stunden pro Woche als Freiberufler, weil ich mich wieder mehr auf eigene Projekte konzentrieren möchte. Schade wäre es dann umso mehr, wenn mir diese Zeit der ein oder andere Kundenauftrag ruinieren würde. Also muss ich hier deutlich ausmisten um dann doch wieder mehr im Affiliate Marketing zu machen.

Aber was wird eigentlich aus dem Affiliate Marketing im Jahre 2011? Es gab ja bereits 2010 einige starke Veränderungen in den SERPs. Seien es jetzt Google Instant oder eben das Brandupdate und ich glaube auch dass beides miteinander zusammenhängt. Google Instant ist kein Schritt für mehr Usability. Insbesondere da die meisten es gar nicht wirklich wahrnehmen bzw. eher als Störung empfinden. Ebenso geht Instant Preview wahrscheinlich an den meisten Internetnutzern vorbei. Doch jetzt erstmal ganz langsam. Was ist geschehen?

Also wir wissen Google hasst Affiliates. Also mh ja so pauschal kann man das auch nicht sagen, aber ich will das ganze hier jetzt vereinfachen bevor ich wieder 5000 Wörter Text in meinen Blogpost rotze, den am Ende eh kein Schwein liest. Also sagen wir der Einfachheit zur Liebe: Google hasst Affiliates.

Google will natürlich immer die relevantesten Ergebnisse liefern und das sind in vielen Fällen eben Marken! Viele größere Konzerne haben leider bis heute nicht wirklich erkannt, dass SEO ihnen gut tun würde insbesondere Autohersteller aber das steht wieder auf einem anderen Blatt. Was die Brandupdates im einzelnen bewirkt haben und welche Beispiele es dazu gibt, könnt ihr an genügend anderen Stellen nachlesen. Fakt ist: Google rankt inzwischen Brands deutlich besser als das noch vor einiger Zeit war.

Aber woran erkennt Google einen Brand?

Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, zum einen sagen wir einfach mal, eine Authority Seite, die einen stärkeren Fokus auf ihren Brandnamen legt als beispielsweise eine Preisvergleichseite, ist für Google anhand der Off- und Onpage Faktoren schon relativ schnell als Marke zu erkennen. Der Mediadonis hatte darüber vor kurzem einen recht aufschlussreichen Artikel veröffentlicht. Soweit so gut, doch es geht noch weiter. Ich sagte ja bereits zu beginn, dass Instant&Co nicht nur zur Belustigung dienen sollen.

Instant, Instant Preview und insbesondere Google Suggest sind (bzw. waren auch schon in der Vergangenheit) mächtige Werkzeuge um Daten zu erheben und Userverhalten auszuwerten.

Intransparenz im Affiliate Marketing!?

Als SEO gibt es ja mehrere Wege sein Geld zu verdienen, Arbeit für Kunden in einer Agentur, Pay per Click, Inhouse oder eben Affiliate Marketing. Und sicher gibt’s auch andere Monetarisierungsmodelle, die ich noch nicht erwähnt habe. Alles hat seine Vor- und Nachteile und obwohl ich inzwischen als Inhouse SEO für den 3GStore tätig bin, bin ich bekennender Kundenhasser und Affiliate Befürworter. Gründe dafür sind zum einen, dass ich mit PPC nie wirklich große Erfolge verbuchen konnte, sicher gibt es auch hier Mittel und Wege, ich habe sie allerdings noch nie gefunden. Möchte sich jemand melden und mir ein Erfolgsrezept verraten, wie auch ICH mit PPC gute Einnahmen erzielen kann, dann bitte einfach melden, danke!

Für was man sich letzten Endes als Hauptkanal der Monetarisierung entscheidet muss ja jeder für sich selbst entscheiden und in den meisten Fällen läuft es wohl sowieso auf einen Mix verschiedener Möglichkeiten hinaus.

Darum soll es hier aber auch gar nicht gehen. Es geht um Affiliate Marketing, einmal aus Sicht eines SEOs bzw. Publishers und einmal aus Sicht des Merchants. Es geht um Optimierungsbedarf insbesondere auf dem deutschen Markt und es geht vor allem um Intransparenz.

Dank meines Aufgabenspektrums bei Fliks habe ich die Möglichkeit erhalten auch endlich mal die andere Seite dieser zweier Konstallation Publisher-Merchant zu sehen, wobei 2er nicht richtig ist, meistens ist es ja eher ein 3er. Merchant-Affiliate Netzwerk-Publisher.

Affiliate Netzwerke vs. Inhouse Affiliate Programm

Dieses Thema ist so groß, dass man schon beinahe einen eigenen Blogpost daraus machen könnte. Vielleicht gibt es ihn ja auch eines Tages, vielleicht aber auch nicht. Die Überschrift sagt ja schon alles: ist es für mich besser mich bei der Verwaltung meiner Affiliates mit einem Netzwerk zu beschäftigen wie zum Beispiel Zanox oder Tradedoubler oder soll ich auf ein Inhouse Affiliate Programm setzen?

Ich würde inzwischen jedem, der etwas Ahnung von Technik hat ans Herz legen es selbst zu realisieren beziehungsweise in die Hände einer Agentur zu geben, die es selbst Organisieren. So spart man zum einen eine Menge Geld, denn pro Sale drückt man einen bestimmten Prozentsatz an das Affiliatenetzwerk ab. Natürlich bekommt man ja etwas für sein Geld, das Affiliate Programm wird durch das Netzwerk beworben bzw. es wird den Publishern ermöglicht es zu finden, außerdem wird die Abwicklung der Sales etc. erleichtert. Zumindest bis zu einem bestimmten Grad, denn die Agentur bzw. der Merchant muss ja immer noch Publisher bestätigen, ablehnen, Auszahlungen veranlassen, Sales prüfen etc.

Für eigene Affiliateprogramme gibt es inzwischen einige gute Erweiterungen zum Beispiel ein Modul für Prestashop und sicherlich auch vorgefertigte Scripte, die von einem Programmierer an die speziellen Anforderungen des Produkts angepasst werden. Gibt man das Affiliateprogramm in die Hände einer Agentur, so muss selbstverständlich diese ebenfalls bezahlt werden, macht man es selbst müssen die nötigen Ressourcen an Mitarbeitern vorhanden sein.

Der nächste Punkt ist allerdings, dass die “Links” die über ein Affiliateprogramm gebildet werden in den aller meisten Fällen nofollow sind. Klar, ein Affiliateprogramm ist dazu zuständig Sales zu beschaffen, nicht zum Linkbuilding, mit einem sinnvollen Inhouse Programm kann man aber gleichzeitig auch Suchmaschinenrelevante Links aufbauen.

Die Links haben dann eine Affiliate – ID am Schluss, ist das nicht Duplicate Content?

Prinzipiell ja, praktisch lässt sich dieses Problem aber umgehen. Beispielsweise kann man den Besucher per 301 auf die angeforderte Seite umlenken und einfach ein Cookie setzen, um den Sale später zuordnen zu können. Auch Canonical ist hier eine mögliche Lösung.

Auch was die Trackingmöglichkeiten angeht, sind viele Affiliateprogramme noch ausbaufähig. Ich weiß leider nicht, wie es heute bei Tradedoubler ist, doch vor einigen Monaten war es zumindest noch so, dass man keine Einsicht in die Referrals bekommt, von denen der Sale stammt. Entsprechend kann ein Publisher eine Seite vorlegen, die den Kriterien entspricht und den Link später auf einer anderen Seite einbinden, ohne das man genau sieht wie der Sale zustande gekommen ist. Bei einem Inhouse Programm, hat man – sofern man den passenden Programmierer zur Hand hat – also auch viel mehr Möglichkeiten ein sehr umfangreiches Tracking durchzuführen und die Trackingmöglichkeiten seinen persönlichen Wünschen anzupassen.

Als Merchant hat man mit Analytics ja sehr viele sehr coole Möglichkeiten um die Sales zu tracken, beispielsweise über Kampagnentracking.

Als Affiliate sind die Analyse Möglichkeiten leider etwas spärlicher. Auch hier bieten viele Affiliatenetzwerke nur unzureichende Statistiken, es ist recht schwierig nachzuvollziehen beispielsweise zu welchen Uhrzeiten Sales stattfinden, um seine Adwordskampagnen darauf hin zu optimieren, mit Analytics kann man etwas Abhilfe schaffen, wenn man ausgehende Klicks trackt (z.B. mit nem OnClick im Link).

Dennoch fehlt auch hier vielfach die Transparenz!

Affiliate ist nicht attraktiv genug

Ein weiterer Punkt ist, dass Affiliate für viele – sowohl für Publisher als auch für Merchants – nicht attraktiv genug ist.

Viele Merchants sind berechtigt der Meinung, dass sie durch Affiliate Geld verlieren – zwar auf Provisionbasis – aber es ist immer noch besser einen Sale direkt selbst zu machen, anstatt über einen Affiliate, denn dann profitieren am Sale noch das Affiliatenetzwerk und der Affiliate selbst. Besonders ärgerlich sind natürlich dann die Gutscheinaffiliates. Gibt man auf ein Produkt, an dem der Merchant 100 Euro Provision hat, bereits 30 Euro Rabatt und noch einmal 20 Euro Affiliateprovision ab, so gewinnt man nur noch 50%. Andererseits ist das schöne an Affiliates ja, dass man diesen die Adwords-Richtlinien vordiktieren kann und so an Budget sparen kann, also: der Affiliate bucht Begriffe ein und bekommt pro SEM-Sale eine Provision, die wirklich “fetten” Begriffe sind allerdings von der SEM-Kampagne ausgeschlossen und dürfen nur vom Merchant eingebucht werden.

Auch für viele Affiliates ist das Modell nicht attraktiv genug, leider. Affiliates sind in Deutschland das schwächste Glied der Kette obwohl sie den Umsatz liefern. Sie werden in vielen Fällen mit sehr mageren Provisionen abgefertigt und können leicht aus dem Partnerprogramm rausgekickt werden. Darüberhinaus sind viele Partnerprogramm Betreiber immer noch sehr undankbar ihren Affiliates gegenüber.

Nicht zuletzt wären noch die Entwicklungen bei Google im Hinblick auf Marken-Erkennung etc. zu nennen, die es Affiliates immer schwerer machen sich mit ihrer Webseite in den SERPs durchzusetzen.

Ich glaube aber immer noch, dass es möglich ist Affiliate Programme aufzusetzen von denen beide Seiten der Publisher und der Merchant profitieren. Im Vergleich zwischen Kundenarbeit und Affiliatearbeit, ist derjenige, der auf schnelle, feste Summen aus ist immer noch besser mit Kunden bedient!



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