Als SEO gibt es ja mehrere Wege sein Geld zu verdienen, Arbeit für Kunden in einer Agentur, Pay per Click, Inhouse oder eben Affiliate Marketing. Und sicher gibt’s auch andere Monetarisierungsmodelle, die ich noch nicht erwähnt habe. Alles hat seine Vor- und Nachteile und obwohl ich inzwischen als Inhouse SEO für den 3GStore tätig bin, bin ich bekennender Kundenhasser und Affiliate Befürworter. Gründe dafür sind zum einen, dass ich mit PPC nie wirklich große Erfolge verbuchen konnte, sicher gibt es auch hier Mittel und Wege, ich habe sie allerdings noch nie gefunden. Möchte sich jemand melden und mir ein Erfolgsrezept verraten, wie auch ICH mit PPC gute Einnahmen erzielen kann, dann bitte einfach melden, danke!
Für was man sich letzten Endes als Hauptkanal der Monetarisierung entscheidet muss ja jeder für sich selbst entscheiden und in den meisten Fällen läuft es wohl sowieso auf einen Mix verschiedener Möglichkeiten hinaus.
Darum soll es hier aber auch gar nicht gehen. Es geht um Affiliate Marketing, einmal aus Sicht eines SEOs bzw. Publishers und einmal aus Sicht des Merchants. Es geht um Optimierungsbedarf insbesondere auf dem deutschen Markt und es geht vor allem um Intransparenz.
Dank meines Aufgabenspektrums bei Fliks habe ich die Möglichkeit erhalten auch endlich mal die andere Seite dieser zweier Konstallation Publisher-Merchant zu sehen, wobei 2er nicht richtig ist, meistens ist es ja eher ein 3er. Merchant-Affiliate Netzwerk-Publisher.
Affiliate Netzwerke vs. Inhouse Affiliate Programm
Dieses Thema ist so groß, dass man schon beinahe einen eigenen Blogpost daraus machen könnte. Vielleicht gibt es ihn ja auch eines Tages, vielleicht aber auch nicht. Die Überschrift sagt ja schon alles: ist es für mich besser mich bei der Verwaltung meiner Affiliates mit einem Netzwerk zu beschäftigen wie zum Beispiel Zanox oder Tradedoubler oder soll ich auf ein Inhouse Affiliate Programm setzen?
Ich würde inzwischen jedem, der etwas Ahnung von Technik hat ans Herz legen es selbst zu realisieren beziehungsweise in die Hände einer Agentur zu geben, die es selbst Organisieren. So spart man zum einen eine Menge Geld, denn pro Sale drückt man einen bestimmten Prozentsatz an das Affiliatenetzwerk ab. Natürlich bekommt man ja etwas für sein Geld, das Affiliate Programm wird durch das Netzwerk beworben bzw. es wird den Publishern ermöglicht es zu finden, außerdem wird die Abwicklung der Sales etc. erleichtert. Zumindest bis zu einem bestimmten Grad, denn die Agentur bzw. der Merchant muss ja immer noch Publisher bestätigen, ablehnen, Auszahlungen veranlassen, Sales prüfen etc.
Für eigene Affiliateprogramme gibt es inzwischen einige gute Erweiterungen zum Beispiel ein Modul für Prestashop und sicherlich auch vorgefertigte Scripte, die von einem Programmierer an die speziellen Anforderungen des Produkts angepasst werden. Gibt man das Affiliateprogramm in die Hände einer Agentur, so muss selbstverständlich diese ebenfalls bezahlt werden, macht man es selbst müssen die nötigen Ressourcen an Mitarbeitern vorhanden sein.
Der nächste Punkt ist allerdings, dass die “Links” die über ein Affiliateprogramm gebildet werden in den aller meisten Fällen nofollow sind. Klar, ein Affiliateprogramm ist dazu zuständig Sales zu beschaffen, nicht zum Linkbuilding, mit einem sinnvollen Inhouse Programm kann man aber gleichzeitig auch Suchmaschinenrelevante Links aufbauen.
Die Links haben dann eine Affiliate – ID am Schluss, ist das nicht Duplicate Content?
Prinzipiell ja, praktisch lässt sich dieses Problem aber umgehen. Beispielsweise kann man den Besucher per 301 auf die angeforderte Seite umlenken und einfach ein Cookie setzen, um den Sale später zuordnen zu können. Auch Canonical ist hier eine mögliche Lösung.
Auch was die Trackingmöglichkeiten angeht, sind viele Affiliateprogramme noch ausbaufähig. Ich weiß leider nicht, wie es heute bei Tradedoubler ist, doch vor einigen Monaten war es zumindest noch so, dass man keine Einsicht in die Referrals bekommt, von denen der Sale stammt. Entsprechend kann ein Publisher eine Seite vorlegen, die den Kriterien entspricht und den Link später auf einer anderen Seite einbinden, ohne das man genau sieht wie der Sale zustande gekommen ist. Bei einem Inhouse Programm, hat man – sofern man den passenden Programmierer zur Hand hat – also auch viel mehr Möglichkeiten ein sehr umfangreiches Tracking durchzuführen und die Trackingmöglichkeiten seinen persönlichen Wünschen anzupassen.
Als Merchant hat man mit Analytics ja sehr viele sehr coole Möglichkeiten um die Sales zu tracken, beispielsweise über Kampagnentracking.
Als Affiliate sind die Analyse Möglichkeiten leider etwas spärlicher. Auch hier bieten viele Affiliatenetzwerke nur unzureichende Statistiken, es ist recht schwierig nachzuvollziehen beispielsweise zu welchen Uhrzeiten Sales stattfinden, um seine Adwordskampagnen darauf hin zu optimieren, mit Analytics kann man etwas Abhilfe schaffen, wenn man ausgehende Klicks trackt (z.B. mit nem OnClick im Link).
Dennoch fehlt auch hier vielfach die Transparenz!
Affiliate ist nicht attraktiv genug
Ein weiterer Punkt ist, dass Affiliate für viele – sowohl für Publisher als auch für Merchants – nicht attraktiv genug ist.
Viele Merchants sind berechtigt der Meinung, dass sie durch Affiliate Geld verlieren – zwar auf Provisionbasis – aber es ist immer noch besser einen Sale direkt selbst zu machen, anstatt über einen Affiliate, denn dann profitieren am Sale noch das Affiliatenetzwerk und der Affiliate selbst. Besonders ärgerlich sind natürlich dann die Gutscheinaffiliates. Gibt man auf ein Produkt, an dem der Merchant 100 Euro Provision hat, bereits 30 Euro Rabatt und noch einmal 20 Euro Affiliateprovision ab, so gewinnt man nur noch 50%. Andererseits ist das schöne an Affiliates ja, dass man diesen die Adwords-Richtlinien vordiktieren kann und so an Budget sparen kann, also: der Affiliate bucht Begriffe ein und bekommt pro SEM-Sale eine Provision, die wirklich “fetten” Begriffe sind allerdings von der SEM-Kampagne ausgeschlossen und dürfen nur vom Merchant eingebucht werden.
Auch für viele Affiliates ist das Modell nicht attraktiv genug, leider. Affiliates sind in Deutschland das schwächste Glied der Kette obwohl sie den Umsatz liefern. Sie werden in vielen Fällen mit sehr mageren Provisionen abgefertigt und können leicht aus dem Partnerprogramm rausgekickt werden. Darüberhinaus sind viele Partnerprogramm Betreiber immer noch sehr undankbar ihren Affiliates gegenüber.
Nicht zuletzt wären noch die Entwicklungen bei Google im Hinblick auf Marken-Erkennung etc. zu nennen, die es Affiliates immer schwerer machen sich mit ihrer Webseite in den SERPs durchzusetzen.
Ich glaube aber immer noch, dass es möglich ist Affiliate Programme aufzusetzen von denen beide Seiten der Publisher und der Merchant profitieren. Im Vergleich zwischen Kundenarbeit und Affiliatearbeit, ist derjenige, der auf schnelle, feste Summen aus ist immer noch besser mit Kunden bedient!