Warum ich Webdesign für andere Menschen hasse…

Es gibt in meinem Leben nichts unbefriedigenderes und verhassteres als Webseiten für andere Menschen zu erstellen. Man könnte wirklich sagen, ich verabscheue diese Tätigkeit. Nur leider lässt sich mein schizophrenes Wesen immer wieder dazu überreden eine solche Aufgabe zu übernehmen: ein Beweis mehr dafür, dass der Mensch nicht aus seinen Fehlern lernt.

Wahrscheinlich bin ich verwöhnt, denn 90% meiner Zeit verbringe ich mit dem tollsten Job der Welt. Denn ich mache Menschen mit meiner Arbeit glücklich, ich bin kreativ und lerne ständig neue und faszinierend-kreative Menschen kennen. Außerdem kann ich den ganzen Tag meine Lieblingsmusik hören, essen wann ich will, während der Arbeit Alkohol konsumieren und ich kriege auch noch Geld dafür. Und ja, dass ist eigentlich der wichtigste Grund – nicht das Geld das ist natürlich auch wichtig ;) – ich “arbeite” nicht ich mache etwas was mir spaß macht: beruflich!

und das ist “des Pudels Kern”, würde Goethe sagen oder um es mit den Worten Dieter Bohlens zu sagen:

Wenn ich 18 Stunden am Tag an meinem Hobby arbeite, dann ist das doch nur gutbezahlte Freizeit

oder zumindest so ähnlich sagte er es in “Der Bohlenweg”

Absprungraten minimieren

Seit einigen Monaten versuche ich die Absprungrate auf meinem Blog, die leider sehr hoch ist, zu minimieren. Der Hauptgrund dafür ist, dass ich jeden Tag sehr viele Anfragen auf Artikel habe (zu 99% über Google) und die Leute auf diesen Artikeln meist nur 1 Sekunde bleiben und direkt wieder zurückgehen. Andere Artikel befriedigen das Bedürfnis des Suchenenden sofort und er sieht keinen Grund noch weiter auf meinem Blog rumzuklicken.

Man kann also unterscheiden zwischen

  • Artikel die ich sofort verlasse
    • Der Artikel ist uninteressant, schwachsinnig etc.
    • ich bin zu faul das alles zu lesen bzw. habe einen anderen Grund (Ladezeit, Design passt mir nicht o.ä.)
  • Ich habe das Gesuchte sofort gefunden – was soll ich noch hier?

In der Statistik kann man diese beiden Möglichkeiten mittels der durchschnittlichen Besuchszeit klar voneinander trennen. Im Fall A ist die Besuchszeit recht kurz meist nur einige Sekunden. Im Fall B ist die Besuchszeit länger, da der Besucher den Artikel (fast) komplett liest.

Besonders hoch waren die Absprungraten bei meinem Ajax Tutorials z.B. Drag & Drop mit Prototype/Script.aculo.us (Fall B).

Die Absprungrate liegt hier momentan bei 50%. Das ist immer noch viel zu hoch, aber erstmal akzeptabel. Die Besuchszeit liegt bei etwas über 2 Minuten. Die Suchenden kommen über Google auf den Artikel, finden die Codelösung bzw. Erklärung und verschwinden wieder. Noch im Oktober lag die Absprungrate bei über 90% deswegen habe ich hier eine Seite mit Beispielen erstellt und diese verlinkt. Auf der Beispielseite liegt die Absprungrate bei 60% und die Besuchszeit bei 3,5 Minuten.

Nach diesem Prinzip habe ich nun auch andere Seiten überarbeitet und konnte die Absprungrate insgesamt etwas senken. Dennoch ist sie wegen zu vieler Fall A-Besucher noch zu hoch. Deswegen habe ich heute über 100 alte Artikel gelöscht die über Google zu einigen Keywords gefunden werden aber für die meisten Besucher keinen Mehrwert bieten. Dazu zählten überwiegend Artikel die ich zur Anfangszeit meiner Bloggerkarriere geschrieben habe, als ich noch alles aus meinem Leben verbloggt habe. Teilweise habe ich die Artikel aber auch mit dem Redirection Plugin von Urban Giraffe auf Kategorien umgeleitet.

Jetzt bleibt noch zu hoffen, dass sich die Absprungraten verbessern wenn die gelöschten/umgeleiteten aus dem Index verschwunden sind.

Durch den radikalen zweiten Schritt verliert man natürlich einige Besucher pro Tag. Doch die Anzahl meiner Unique Visitors sind nur soviel Wert wie sie mir bringen (sehr logischer Satz ;) ): Wer nur wenige Sekunden bleibt und wieder verschwindet bietet weder dem Blogbetreiber noch dem Besucher einen Mehrwert und hohe Absprungraten (User kommt, kotzt, geht..?) werden sich auch zukünftig weiter schlecht aufs Ranking auswirken.

Klickanalyse mit eigener Heatmap

Mehr Usability bedeutet normalerweise höhere Conversionrates. Dazu kann man eine ganze Reihe an Tests durchführen. Ganz klassisch erstellt man verschiedene Versionen einer Landingpage und wechselt diese immer nach einem bestimmten Zeitraum aus, trackt alles und vergleicht es dann. Dann tauscht man wieder einzelne Elemente aus, trackt wieder alles und vergleicht wieder.

Mittels einer Heatmap kann man schon vorher auf seiner Landingpage anzeigen lassen, welchen Bereichen der Besucher am meisten Aufmerksamkeit schenkt, diese Werte basieren auf Erkenntnissen von Eye-Tracking Studien. Es bietet sich aber auch an eine Klickanalyse selbst durchzuführen und diese mittels einer Heatmap zu visualisieren. Hierzu gibt es von ClickHeat eine Lösung, die auf dem eigenen Server läuft und kostenlos ist. Einzige Vorraussetzungen sind PHP und eine GD Graphics Library.



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