Online Reputations Management der Gastronomie

In den letzten Wochen wurde die ein oder andere Negativ-Reputationssau durch die Bloggosphäre getrieben. Vox, die Deutsche Bahn, Ryanair um nur einige zu nennen. Hinzu kommt der Fall von Lutz Heilmann, der sich im Sommer letzten Jahres in einem Rechtsstreit mit der Wikipedia befand. Über die mediale Welle, die man mit diesen brute force rabiaten Methoden lostritt, ist sich ursprünglich anscheind niemand bewusst gewesen. Interessant zu beobachten ist allerdings außerdem, dass man auch nicht aus den negativ Beispielen gelernt hat.

Wenn der Mensch aus der Geschichte eins gelernt hat dann, dass er aus der Geschichte nichts gelernt hat.

Neben der Verbreitung von Nachrichten innerhalb der Bloggosphäre – was wirklich innerhalb von Stunden geschehen kann man bedenke nur mal den Hyves-Hype o.ä. – kommt die Macht von sozialen Netzwerken.

Hier bilden sich für bestimmte Wirtschaftssektoren sogar besondere Interessensgruppen, Soziale Netzwerke, Portale etc und somit auch ein wirtschaftlicher Faktor.

Besonders hart trifft es hier die Gastronomie. Ortsangesässene Gastronomiebetriebe wie Clubs, Discos, Bars etc. trifft es hier eher seltener da das Virale Marketing im lokalen Umkreis einfach überwiegt. Härter trifft es hingegen Hotels.

Hier spielt SEO eigentlich eher eine sekundäre Rolle. Das Hauptproblem ist die Informationsverbreitung durch Soziale Netzwerke zum Thema wie bsp. Holiday Check oder Trivago.

Diese Bewertungsportale bekommen ihren Zulauf aber in der ersten Stufe durch Suchmaschinen. Das Zauberwort heißt hier Longtail. Die Hauptdomain ist enorm stark, die einzelnen Hotelseiten werden eher nicht Offpage optimiert sondern nur Onpage. Doch durch die Stärke der Hauptdomain und die relativ sschwache Konkurrenz schaffen es die Bewertungsportale sich gegen andere Webseiten durchzusetzen. Beispiele kann man hier sehen: Riu Benalmadena, Riu Marco Polo oder auch einfach Hotel Costa del Sol

Die meisten Besucher kommen zunächst über die SERPs, erst später nachdem sie die Seite einige Male besucht haben, bookmarken sie die Page und kehren so auch von den Suchmaschinen unabhängig wieder auf die Seite um dort direkt nach einem Hotel zu suchen.

Eben dieses Surfverhalten bestätigte auch Malte Siewert, Geschäftsführer von Trivago in seiner Session zu User Generated Content beim Webmontag am 02.02.09 in Essen.

Diese “Schwäche”, des Longtails kann man sich allerdings zur Nutze machen, wenn man im Auftrag eines Hotels SEO und / oder Online Reputations Management durchführt.

Am Beispiel Hotel Riu Atlantico erkennt man deutlich:

  • Auf Platz 1 steht die offizielle Seite der Hotelkette Riu, diese stellt für die Reputation des Hoteliers keine Bedrohung da
  • Platz 2 und 3 sind von Holiday Check belegt. Hierbei fällt auf dass die Seite Onpage nicht 100% optimiert ist. Es gibt z.B. zwar eine H1 Überschrift, aber mehere H2 Überschriften, mit denen auch unwichtige Textphrasen versehen wurden. Die Meta-Description ist redundant etc. Außerdem fällt hier genau das oben beschriebene Schema auf: Die Hauptdomain ist sehr stark 1,370,000 Links laut Yahoo die Landingpage hat allerdings laut Yahoo garkeine Links.
  • Platz 4 geht an bewertungen.opodo.de hier wurde zumindest die h2 sinnvoller eingesetzt und auch der Description Text ist nicht ganz so spammy. Aber dennoch gibt es trotz 102k Links auf die Hauptseite keinen einzigen auf die Landingpage.
  • Platz 5 ist trivago: hier wurde die h2 wieder ähnlich intelligent eingesetzt. 263k Links auf die Frontpage, 0 auf die Landingpage
  • bei den folgenden Plätzen sieht es ähnlich aus. Nur Platz 9 wurde mit cluburlaub.de belegt, eine recht starke Domain, die – wie ich weiß – monatlich auch sehr große Summen umsätzt, allerdings wäre hier theoretisch im Hinblick auf die anderen noch mehr rauszuholen.

Es wird also deutlich, dass die Bewertungsportale in diesem Umfeld schon eine ziemliche Monopolstellung errungen haben, bei näherer, kritischer Betrachtung zeigen sich aber auch die Schwächen in diesem System.

Traurig, aber auch motivierend ist die Tatsache, dass diese Online Reputation für einige Hotels extentiell ist. Man hört nicht selten von Unterkünften deren Auslastung um einiges gefallen ist nachdem negative Bewertungen in Bewertungsportale eingestellt wurden. Allerdings ist es nicht unmöglich dagegen vor zu gehen.

Hoteliers sind für Leute im Online Reputations Business einfach eine verdammt geile Zielgruppe, da sie stark von der Mundpropaganda, entstehend durch die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit ihrer Gäste abhängig sind. Natürlich überwiegt hier oftmals die Propaganda aus dem Bekanntenkreis qualitativ, da man Menschen die man kennt und mit denen man etwas zu tun hat doch mehr Vertrauen schenkt als Anonymen. Doch da nicht jeder meiner Freunde und Bekannten schon jedes Hotel besuchen konnte, führt in vielen Fällen kein Weg an den quantitaiv überwiegenden Onlinebewertungen vorbei.

Hi, ich bin Chaim!

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Ich bin 23 Jahre alt, arbeite im Online Marketing und lebe seit März '13 bis August in Wien, Österreich.
Danach möchte ich vielleicht nach Rom, Florenz, Venedig oder Palma de Mallorca.
In meinem Blog schreibe ich über alles mögliche, was mir an verrückten Sachen in meinem Leben passiert und über die Menschen, die dieses Leben so außergewöhnlich, spannend, abenteuerlich und unterhaltsam machen.
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