Marty ist ein echt netter Kerl. Er hat immer ein offenes Ohr für seine Freunde, akzeptiert das merkwürdige Verhalten seines Büronachbarn und überlässt seiner Frau kampflos das Sagen über das Haus und die Fernbedienung. Nur leider lässt sich Marty von seiner ganzen Umgebung und besonders von seiner Hündin Holla maßlos auf der Nase herumtanzen. Eines Tages stellt er allerdings fest, dass in seinem Leben etwas deutlich schief läuft und beschließt dies zu ändern. Im Kampf um eine Beförderung studiert er seinen Konkurrenten, den Erzrivalen und kommt zu dem Schluss dass er etwas grundlegendes in seinem Leben ändern muss. Er muss ein Arschloch werden.

In seiner Verzweiflung tut er das, was alle therapiebedürftigen New Yorker tun würden. Er sucht sich einen Psychater, ein Seminar und letztendlich sogar einen persönlichen Coach um an seinem neuen Ego zu arbeiten. Nur leider kommt Marty dabei vom Regen in die Traufe. Zunächst stellt er fest, dass es “ich bin zu nett”-Problemfälle bisher nur für Frauen gibt und besucht ein Seminar mit dem Titel “Zicken haben’s leichter”. Dort ist er aber der einzige Mann und fühlt sich von der Seminarleiterin gemobbt. Auch die Psychologin die Marty einige Zeit in jeder Mittagspause aufsucht bringt ihn nicht weiter. Also begibt er sich in die Hände von Al, der ihm Schauspielunterricht mit äußerst unkonventionellen Methoden gibt. Die nächste Zeit verbringt Marty damit sich an Hot Dog Ständen vorzudrängeln, sich überall zu beschweren, Passanten einen Dollar zu bieten, wenn sie ihn beleidigen und lautstark durch die Gegend zu brüllen.

A$$hole ist, auch wenn es der Klappentext vermuten lässt, kein Ratgeber. Es ist viel mehr eine Satire über New Yorker therapiebedürftige Psycho-Hypochonder und übt Kritik an dem populären Guru-System in den USA aus. Dennoch enthält das Buch eine Menge Wahrheit über die Verhaltensweisen unserer Mitmenschen. So kann man in Marty oder in dem Erzrivalen leicht den ein oder anderen aus dem eigenen Leben wiedererkennen. Übernehmen würde ich die Tipps die Marty von seiner Umgebung übernimmt nicht. Dennoch lohnt es sich einmal darüber nachzudenken. Wer schon das ein oder andere Selbsthilfebuch von selbsternannten Live Coaches und Super-Dupper-in-10-Tagen-zum-Millionär-Gurus gelesen hat, wird sicherlich einiges in dem Buch wiederfinden.

Insgesamt ist Asshole gut und ansprechend geschrieben und lässt sich leicht in wenigen Tagen durchlesen.


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