Schlaflos

Wenn ich gewusst hätte, was die folgenden Tage bringen hätte ich am Mittwoch, den 21. Juli sicherlich ein wenig länger geschlafen.

Mittwoch Abend, 18:00 Uhr – OMpott | 10 Stunden wach

Stattdessen machte ich mich gegen 17 Uhr auf den Weg nach Bochum um am dritten OMpott vorbeizuschauen. Für mich wars der erste OMpott, weil es bei den ersten beiden Malen leider nicht hingehauen hat. Die Veranstaltung fand im Café Sachs in der Bochumer Innenstadt statt. Mit dabei waren neben dem Veranstalter Randolf Jorberg auch Nadine und Günter von Fliks und noch einige andere mir bis dato unbekannte Menschen aus dem Online-Marketing. Viele von ihnen kann ich leider gerade nicht hier erwähnen, da ich sie über die Xing Gruppe nicht wieder finde, wer sich also angesprochen fühlt darf sich gerne über die Kommentare melden um auch hier zu erscheinen. :-)

Leider musste ich mich gegen 20 Uhr auch schon auf den Weg machen um rechtzeitig zu einer privat Party in der Weltmetropole Recklinghausen zu erscheinen.

Gemütszustand: Gut gelaunt :D

Mittwoch 20:30 Uhr – Recklinghausen | 12 Stunden wach

Recklinghausen ist eine kleine schnuckelige Stadt im Norden des Ruhrgebiets, in die man sich normalerweise nicht zufällig verirrt. Die meisten Einwohner Recklinghausens sind alt. Umso mehr überraschte es mich, als mir bei einem Spaziergang durch die Stadt erzählt wurde, dass auch in der jüdischen Gemeinde in Recklinghausen überwiegend alte Menschen sind und diese Gemeinde TROTZDEM die mit den meisten kleinen Kindern in Deutschland ist. Eine etwas verwirrende Information, kommt aber sicherlich auch in mein Buch über das Phänomen Juden in Deutschland.

Gegen 21 Uhr erreichten wir dann die Partylocation, die für mich in den nächsten 12 Stunden zur Höhle des Löwen werden sollte. Zur Einstimmung gab es Pizza und ein paar ausgewählte Videos von Christian Ulmen aka Alexander von Eich, sehr standesgemäß. Gefolgt von Wodka mit Rivercoke und einigen Fotos, die ich so schnell nicht mehr aus meinem Kopf bekommen sollte.

Auf dem folgenden Foto sieht man mich noch gut gelaunt und von Alkohol gezeichnet, auch wenn sich schon die erste Müdigkeit bemerkbar machte, es ist ca. 23 Uhr – 15 Stunden wach. Mit der folgenden Zeit steigerte sich die Müdigkeit dann immer weiter. So wie auf dem nächsten Bild leicht zu erkennen, war ich gegen 02:00 Uhr (18 Stunden wach) schon etwas schlechter gelaunt.

Wir beschlossen also langsam uns in die oberen Gemächer zu verziehen um alle drei in einem Bett zu schlafen, jeder der meine Statur kennt und wird sich vorstellen können dass das kein Problem war, die beiden anderen Partygäste waren nämlich in etwa genua so füllig wie ich :D .

Leider entdeckten die Mädels dann unterm Bett einen Stapel von Bravo Magazinen aus dem Jahre 2003 und ich wurde kurzer Hand als Vorleser eingeteilt, einen Job den ich mit Freude ausfüllte. An dem Abend lernten wir also eine ganze Menge über die erste Staffel von DSDS, Big Brother, Dieter Bohlen und was eben noch so ’03 aktuell war, alles Informationen die mir im Jahre 2003 entgangen waren ich bin wirklich sehr froh, dass mir eine zweite Chance gegeben wurde dieses Bildungsdefizit im Jahre 2010 aufzufüllen.

Doch nach einiger Zeit überkam mich die Müdigkeit und ich versuchte zu schlafen. Wie man auf dem folgenden Bild sehr gut erkennen kann. Nur irgendwie war ich anscheind der einzige der Anwesenden der Müde war und mit 30% ist man leider in der Minderheit.

Und so kam es, dass mir mein wohlverdienter Schlaf nicht gegönnt wurde. Stattdessen wurde ich immer wieder geweckt, mit ganz speziellen Seiten der Bravo dekoriert und man drohte mir sogar an mich mit wasserfester Schminke zu schminken, wenn ich einschlafen sollte. Das nahm ich auch gerne in Kauf ich bat meine Peinigerinnen allerdings darum mich erst zu schminken, wenn ich wirklich eingeschlafen sei, damit ich nicht vom Schminken aufwachen würde. Darauf konnten wir uns leider nicht einigen. Mir blieb also nichts anderes übrig als dann um das Bett zu kämpfen, dabei entstanden einige sehr zweideutige Fotos, die es möglicherweise bald in meinem Facebook Account zu sehen gibt, sofern die beteiligten ihr OK geben.

Gegen 05:00 Uhr morgens meinten die Mädels dass es sich jetzt auch nicht mehr lohnen würde zu schlafen und das wurde dann auch – Demokratie sei dank – trotz starker Proteste meinerseits umgesetzt.

Gemütszustand: ermüdet aber happy :)

Donnerstag, 22. Juni 06:00 Uhr | 22 Stunden wach

Immernoch in Recklinghausen, wieder im Erdgeschoss des Hauses angekommen gabs für mich einen Wodka zum Frühstück. Den habe ich auch gebraucht, denn siedend heiß fiel mir ein, dass in der folgenden Nacht meine Deadline für ein Projekt anstehen würde in das ich noch mindestens 6 Stunden Arbeit investieren müsste.Mein Gemütszustand änderte sich schlagartig in extrem angepisst, denn jeder der mich kennt weiß dass ich ein ‘sehr schläfriger’ Mensch bin und ohne Schlaf sehr leicht reizbar bin, die Aussicht darauf noch 6 Stunden Arbeit in die nächsten Stunden zu quetschen, die sowieso schon mit Terminen gefüllt waren, brachte mich echt ins Schwitzen und ich begann in meinem Kopf schon ein paar Sachen umzuschieben und den geplanten Kinobesuch mit einer Freundin abzusagen, um irgendwo noch ein paar Stunden Schlaf unterzukriegen.

Nach dem Wodka, folgte dann noch ein zweites Frühstück in Form von Aufbackbrötchen und danach machte ich mich zusammen mit einer Freundin um 7:50 Uhr auf zum Recklinghausener Hauptbahnhof um wieder nach Dortmund zu fahren.

Gemütszustand: fuchsig :x

Die deutsche Bahn und der Öffentliche Personen Nahverkehr – 08:00 Uhr | 24 Stunden wach

Ich versuche das mal ganz kurz zu rekonstruieren. Um 08:00 Uhr erreichten wir nach kurzer Busfahrt den Recklinghausener Hauptbahnhof, die Bahn nach Wanne-Eickel traf mit 15 minütiger Verspätung um 08:06 ein, da wir so nicht auf die vorherige warten mussten nahmen wir diese und ich war gegen 8:20 Uhr in Wanne-Eickel am Hauptbahnhof. Von da aus fuhr auch eine Bahn nach Dortmund, eigentlich alles perfekt, denkste. Denn dass zwischen Castrop-Rauxel und Mengede Bahnhof eine Baustelle war, wusste ich in Wanne-Eickel noch nicht.

Die Bahn fuhr also nur bis Castrop-Rauxel, dort gabs dann angeblich einen Schienenersatzverkehr (dieses Wort bedeutet IMMER Unheil) nach Dortmund-Mengede, denkst du. Den konnte ich zumindest nicht findne, es gab aber einen normalen Bus von Castrop-Rauxel nach Mengede S-Bahnhof. Gegen halb 9 war ich in Catrop-Rauxel und stieg in den Bus Richtung Mengede, der etwa 40 Minuten von Castrop-Rauxel nach Mengede gebraucht hat. Dort war aber leider die S-Bahn gerade weg. Also bin ich von dort aus, mit dem Bus nach Westerfilde gefahren, was wieder etwa 20 Minuten dauerte und saß um 9:40 in der UBahn Richtung Dortmund Innenstadt.

Da es sich im Bus nicht so gut auf einem MacBook schreiben lässt, habe ich in der UBahn angefangen weiter an meinem Projekt zu arbeiten. Um 9:45 ist das Drecksteil abgestürzt und fuhr nicht mehr hoch. Ich beschloss für die restliche Zeit die Augen zuzumachen.

Kurz vor 10 erreichte ich den Dortmunder Hauptbahnhof und es hieß umsteigen, nachdem ich dann gegen 10:30 Uhr endlich einen Platz für mich und mein MacBook Pro gefunden habe und dabei war mir 4 Dosen RedBull einzuflösen ging es gut voran. Wegen der über 2 Stunden, die ich für eine Strecke von nur 30 Kilometern gebraucht habe, war mein Gemütszustand: enorm gestresst 8-O

Dortmund, 10:30 Uhr – Arbeiten auf Hochdruck | 26,5 Stunden wach

Bis etwa halb 1 arbeite ich unter hochdruck, kam super voran und habe etwa die Hälfte der noch anstehenden Arbeit geschafft. Eigentlich wäre für den Donnerstag morgen noch ein Termin angesagt worden, der wurde aber von der Gegenseite glücklicherweise verschoben und ich konnte aufatmen. Ich habe bisher immer gedacht, Redbull würde bei mir wegen meines ohnehin schon hohen Koffeinkonsums nicht anschlagen, aber diese Situation hat mir gezeigt, dass es doch funktioniert. Übers Internet habe ich dann noch eine Karte für die Juicy Beats gekauft, da ich es beim besten Willen nicht mehr zu einer Vorverkaufsstelle geschafft hätte.

Kurz vor 14 Uhr hab ich dann meine Sachen eingepackt und mich wieder auf den Weg zum Dortmunder Hauptbahnhof gemacht um von dort aus nach Bünde an der Niedersächsischen Grenze zu fahren.

Dank RedBull und weil ich so gut voran gekommen bin, war ich zu diesem Zeitpunkt: etwas entspannter 8)

Dortmund – Bielefeld – Bünde | über 30 Stunden wach

In Dortmund angekommen, began sich mein Zustand wieder zu verschlechtern. Zumindest war mein Blutzuckerspiegel im Keller und fast 1 Liter RedBull war wohl doch zuviel für mich, nach einem McFlurry von McDonalds gings dann aber wieder besser. 14:55 Uhr kam mein Zug nach Bielefeld und ich arbeitete noch etwa eine halbe Stunde lang recht erfolgreich an meinem Projekt. Allerdings nur eine halbe Stunde, denn dann stürzte mein MacBook ab und weigerte sich wieder hochzufahren. In Bielefeld hieß es umsteigen und irgendwann zwischen Bielefeld und Herford wurde ich noch nervöser. Ich hatte von Anfang an den Akku in Verdacht, denn an der Steckdoese ging es ja super, leider sind Regionalbahnen nicht mit Steckdoesen ausgestattet. Merke für die Zukunft: Nur noch IC/ICE fahren, aber ab Bielefeld bis Bünde fährt ja leider nur noch die Regionalbahn. Ich hoffte also nur noch inständig, dass mein MacBook wieder auferstehen würde, wenn eine Steckdose in Aussicht sein würde. Gegen viertel vor fünf erreichte ich Bünde.

Gemütszustand: ohne Worte :evil:

17:00 Uhr Eclipse | 33 Stunden wach

Ich weiß nicht warum ich mich darauf eingelassen habe. Der Film war wirklich überdimensional schlecht. Ganz ehrlich, es lohnt sich nicht den ein zweites Mal anzusehen, selbst wenn er eines Tages im Fernsehen laufen sollte und an dem Tag alle anderen Sender eine Sendepause eingelegt haben, sollte man ihn sich nicht ansehen, dann bleibt der Fernseher besser aus, denn Eclipse ist Verschwendung von Lebenszeit.

Der Film ist unrealistisch, ja damit lässt es sich leben, denn die meisten erfolgreichen Filme sind unrealistisch. Die Dialoge sind total übertrieben, selbst wenn man sich damit anfreunden konnte, dass Edward ein Vampir und Jacob ein Werwolf ist, selbst dann sind die Dialoge immer noch extrem übertrieben und theatralisch. Aber das wohl schlimmste waren die Special Effects. Von einem Film der bisher schon eine halbe Millarde eingespielt hat, erwarte ich einfach mal mehr als total verpixelte Verwandlungen von Mensch zu Werwolf. Auch die Actionszenen sind vel zu kurz gekommen und waren einfach nur super schlecht. Mehr Text möchte ich diesem Film an dieser Stelle auch nicht widmen, weil er es einfach nicht verdient hat, dass ich ihm Aufmerksamkeit schenke.

Mein Gemütszustand zu diesem Zeitpunkt: Gelangweilt :|

19:30 Uhr Mexims Bünde | 35 Stunden wach

Um 19:30 Uhr waren wir mit ein paar Freunden meiner Begleitung, die am nächsten Tag Geburtstag hatte1 zum reinfeiern verabredet. Das Mexims hatte ich ja schon ausführlich in meinem Qype-Profil behandelt, wer also mal in der Gegend ist sollte auf jeden Fall einen Abstecher machen.

Ärgerlich nur, dass ich mehrfach fast eingeschlafen bin, meinen Hamburger nur zu 30% runtergekriegt habe und nicht mal Lust auf Alkohol hatte. Doch – welche Wunder – obwohl keine Steckdose in der Nähe war hatte ich es geschafft mein MacBook hochzufahren, na ja Vorführeffekt denn eigentlich wollte ich einem der Anwesenden demonstrieren, dass das Teil gar nichts mehr tut. Der Verdacht auf Akkuversagen erhärtete sich aber, da das Teil nur noch 40% anzeigte und die auch dann innerhalb einer halben Stunde leer machte.

Früher als erwartet, nämlich ohne reinfeiern machten wir uns auf den Weg nach Hause. Denn am Ende der Welt fährt die letzte Regionalbahn um 22:45 Uhr. Ein kurzes Aufatmen von meiner Seite, denn so könnte ich die Sachen – die ich eigentlich im Zug fertig machen wollte – nun noch schnell zu Hause vor Mitternacht beenden – denkste…zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich total geschlaucht :-(

22:53 Uhr Bahnhof Bruchmühlen | 38 Stunden wach

Okay ich dachte eigentlich ich wäre aus dem Alter raus, wo man mit zwei Personen auf einem Fahrrad nach Hause fährt. Aber in Anbetracht der 3 Kilometer Heimweg vom Bahnhof zu der Freundin, die in etwa 1 Stunde Geburtstag haben würde und im Hinblick auf meine Akute Müdigkeit war ich auch dazu bereit. Doch leider, hatten wir auch da sehr sehr viel Glück, als wir feststellten dass irgendjemand in der Pampa Marens Fahrradschloss manipuliert hatte und das dämliche Teil zumindest im Dunkeln nicht zu öffnen war. Also doch 3 Kilometer Fußweg auf dem Fahrradweg nahe der Autobahn nach Osnabrück, mein einziger Gedanke in dieser Nacht war: Wenn du hier überfallen wirst würde niemand deine Schreie hören. Doch mich tröstete, dass ich zwar möglicherweise im Ernstfall nicht schneller laufen könnte als ein mutmaßlicher psychisch kranker Massenmörder, aber immerhin schneller als Maren und somit sie sein Opfer wäre.

Gegen 23:30 Uhr erreichten wir dann endlich unversehrt (!) wenn auch ermüdet den Schlafplatz für die kommende Nacht. Mein Gemütszustand war erleichtert aber dennoch totmüde :-?

Ich habe dann noch “schnell”2 mein Projekt beendet und durfte dann gegen 03:00 Uhr endlich schlafen. Auf das Anstossen mit Sekt verzichteten wir dann, weil Maren keinen Sekt mag und ich das Glas nicht mehr hätte halten können. C’est la vie. Mein Gemütszustand nach 43 Stunden ohne Schlaf und Aussicht auf ein gemütliches Bett: erleichtert ;-) :mrgreen:

Auf dem Bild sieht man mich übrigens am Donnerstag Morgen bei meiner Lieblingsbeschäftigung

Der nächste Morgen

Geschlafen habe ich zumindest etwa 6 Stunden, was nicht genug ist aber immer hin besser als alles was ich die 43 Stunden davor hatte. Frühstück ließen wir ausfallen und gingen direkt zum Mittagessen in Form von Pizza über und weil es Marens Geburtstag war, ließ ich mich noch einmal darauf ein etwas mit ihr zu machen, was eigentlich nicht zu meinen liebsten Freizeitbeschäftigungen zählt. Ja genau richtig: Clint Eastwood is back.

Ich hatte ganz vergessen wie anstrengend es sein kann ein Pferd zu bürsten. Gegen 19 Uhr waren wir dann wieder zurück und haben noch etwas auf den Grill geworfen, anfänglich hatte ich vor noch das Barre Bräu Alster zu testen, doch dazu bin ich dann wegen immer noch anhaltender Müdigkeit nicht gekommen. Stattdessen habe ich nur das Barre Bräu Pilsener getrunken, über das es bald einen Biertest geben wird.

Samstag, 24. Juni

Am Samstag habe ich mich dann auf den Weg nach Hause gemacht, auf den ursprünglich geplanten Besuch bei der Loveparade in Duisburg verzichtete ich, weil ich irgendwie immer noch ein wenig mitgenommen (vielleicht auch vom Reiten?) war. Das war anscheind die richtige Entscheidung.

Gegen 22 Uhr war ich wieder zu Hause. Jetzt habe ich eine Woche Zeit um mich auf die nächste große Schlaflosigkeit, die Juicy Beats am 31.07.2010 vorzubereiten.

Anmerkungen:

  1. übrigens der einzige Grund warum ich mich überhaupt dazu überreden ließ in diesen Film zu gehen []
  2. aber sorgfältig :P []