Die neue Wahrheit – Glaubwürdigkeit 2.0

Stellen wir uns ein Experiment vor. Wir erschaffen einen fiktiven Menschen. Nennen wir ihn doch einfach „Ole Müller“. Wir legen Ole ein Blog an, wo dieser regelmässig zu irgendeinem Thema bloggt. Wir machen Ole ein paar Accounts für Foren, einen Yigg Account, einen Mister Wong Account, ein Xing Profil und noch ein paar andere Profile in Socialnetworks.

Nach ein paar Monaten beginnen wir das erste Mal nach Ole zu googlen. Und siehe da: es ist schon ein ganzer Haufen an Informationen über Ole zusammen gekommen. Ole hat natürlich auch einen fiktiven Lebenslauf, vielleicht ist Ole Unternehmer oder ein drittklassiger Schauspieler, vielleicht ist Ole auch Sänger einer fiktiven Band „Ole and the Oldies“ oder so. Es ist eigentlich vollkommen egal, so lange wir nur genügend Informationen über die fiktive Identität verbreiten.

Wenn sich erstmal im Netz genug Informationen über Ole und seine fiktive Band finden lassen, dann könnten wir ihn auch in die Wikipedia eintragen. Was ist das schlimmste, das passieren könnte? Jemand löscht diesen Eintrag. Aber warum sollte jemand diesen Eintrag löschen? Wenn jemand bei Wikipedia auf den Eintrag „Ole Müller geboren 08.01.1979 in Darmstadt ist Sänger einer deutschen Rockband“ stösst, wird er vielleicht danach googlen um sich zu überzeugen, dass es diesen Ole Müller wirklich gibt und das die Informationen auch wirklich stimmen.

Und dann findet er all die fiktiven Informationen, die sich im Web über Ole finden. Und Voliá der Eintrag erscheint als glaubwürdig…

Genau das ist das Problem der „Generation Google“ Informationen werden nicht glaubwürdiger, weil sie „richtig“ sind, sondern weil man sie oft genug im Internet findet. Jemand postet in seinem Blog einen Artikel, der sachlich einfach falsch ist und es müssen nur genug Leute abschreiben und darauf verweisen, damit er von der großen Masse als richtig anerkannt wird.

Nachprüfen tut man diese Richtigkeit dann anhand von Google, wobei natürlich Google seine Ergebnisse Wahrheitsgehalt ordnet. Google orientiert sich bei der Sorierung der Resultate an seinem Algorhytmus, der ist maßgeblich dadurch bestimmt, wie die Struktur der eingehenden Links aussieht.

Anmerkungen: