Online Reputations Management #fail
Heute morgen habe ich noch gedacht, die neuen AGBs bei Tradedoubler wären die News des Tages. Wenig später entwickelte sich aber eine lustige Debatte auf Twitter, die gut zu den News von gestern passt.
Ich will den Verlauf hier nur kurz anreissen, weil die meisten von euch es sicherlich mitbekommen haben. Falls sich jemand näher informieren möchte verweise ich an dieser Stelle auf Alexander Holl, der dazu einen umfangreichen Artikel verfasst (die Kommentare sind auch sehr interessant) hat.
In der Story Dmex Reputationsfail gibt es zwei zentrale Handlungsträger. Den Website Boosting Buch Autoren Mario Fischer (Twitteraccount) und denjenigen der hinter dem Twitteraccount @dmexco (digital marketing exposition and conference) steckt.
Angefangen hat es damit, dass Mario eine Meinung zu dem aktuellen Slogan des BVDW-Verbandes (ist es jetzt der Verband? Ach Jungs ich blick da doch auch nicht durch). Auf die Meinung zum Slogan möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, es ist auch ziemlich egal, wer welche Meinung gehabt hat oder auch nicht. Das einzige was interessiert ist, wie im folgenden damit umgegangen wurde.
@mariofischer: Wenn man sich vornimmt das es so sein soll, dann erscheint es auch so … // Auf uns wirkt es nicht so …
und
@mariofischer bitte @dmexco nicht für Ego-Boosting verwenden.
Der Begriff Ego-Boosting ist jetzt schon ein bisschen dreisst gewählt und von einem offiziellen Account einer Veranstaltung ein total Fauxpas. Kurze Zeit später bekommt Mario eine Xing-Nachricht vom Pressesprecher der dmexco.
Marios Antwort über Twitter
Wird ja immer besser. Jetzt möchte mir der Pressesprecher der dmexco den Mund verbieten. Fazit und öffentl. Antwort: SO nicht.
Kurze Zeit später wurde dann von Marcus aka Mediadonis ein Tweet mit bitte um RT abgeschickt.
Skandal -> @dmexco will @mariofischer den Mund verbieten! WTF? Online Reputations Management FAIL! Please RT & Make some noise! #dmexcoFAIL
Das krasse an dieser Geschichte ist, dass dieser Tweet in den nächsten Stunden über 60 Mal geretweetet wurde. Das ist ein ziemlich krasses Beispiel für die Macht des Retweets. Immerhin muss man noch dazu sagen, dass nicht jeder der die Sache gelesen hat auch geretweetet hat. Gemessen an der Zahl derer die den Tweet gelesen haben, ist die Reichweite natürlich noch viel höher.
Wichtig ist: Es geht jetzt nicht darum, sich darüber aufzupushen, dass die Meinungen von zwei (bzw. mehr) Personen auseinander gehen. Es geht darum, wie bei der dmexco damit umgegangen wird. Anstelle sich diplomatisch zu verhalten und nicht weiter zu provozieren (siehe “Ego-Boosting”) wurde hier weiter Öl ins Feuer gekippt und als man dann merkte, dass das böse enden kann (vielleicht ist dem verantwortlichen auch dann erst aufgefallen, dass Twitter keinen “Löschen” Button für abgesendete Tweets besitzt?) hat man sich schnell via Xing gemeldet.
Eine Nachricht über Xing ist vielleicht sogar eine sehr gute Idee. Unter 4 Augen und mit mehr Spielraum als 140 Zeichen regelt sich so etwas sicherlich diplomatischer. Allerdings hat sich die dmexco anscheind auch hier etwas übernommen. Ebenso wie in der Kommentarfunktion von Alexander Holls Blog.
Auf meine persönlich Mail hin, hat Mario Fischer eine sinnentstellende Version getwittert “wir würden ihm den Mund verbieten”. Gesprickt mit “Skandal” und #dmexcofail. Trotz Richtigstellung auf unserem Messeaccount haben viele Twitterer diese falsche Behauptung ungeprüft geretweetet.
Wer lesen kann ist schwer im Vorteil: Der Aufreisser “Skandal” kam vom Marcus, ebenso das “den Mund verbieten”.
Es ist mir ziemlich egal, wer bei der Geschichte jetzt recht hat oder nicht. Es ist mir grade auch verdammt egal wie der Slogan vom BDSM BVDW wirkt, gemeint ist, falsch verstanden oder sonst wurde. Es geht einzig und allein darum, dass man mit so einem Verhalten
- nicht mit seinen Kunden umspringt. Denn mal ganz ehrlich, WER soll denn auf die dmexco kommen? Wie wärs mal mit SEOs, Affiliates etc. und die vielen anderen die nun von der Aktion mitbekommen haben…
- seine Reputation dauerhaft zerstört. Die Reaktionen waren teilweise einfach nur kindisch und daneben und twitter vergisst bekanntlich nie, ebenso wie Google.
Ich empfehle: einfach mal die weitere Reaktion der Bloggosphäre abwarten und den Google Index beobachten
und die Moral von der Geschicht’: SEOs halten immer zusammen
und Twitter ist im “Kampf gegen die Ungerechtigkeit” zum Verbreiten von Managementfails einfach ein Wundermittel.