Gerade habe ich bei Blogschrott einen Artikel zu der Optimierung von Social Media gelesen und möchte diesen Artikel gerne aufgreifen und ergänzen.

Yannick schreibt in seinem Artikel, das für Social Media Optimization der Content ausschlaggebend ist. Da hat er auch Recht, denn wenn wir uns an die Anfänge von Social Media erinnern, war die „menschliche Qualitätsprüfung“ der Ausschlaggebenste Grund für Portale wie Mister Wong oder ähnliches, so sollten auch gute Artikel – die nicht von SEOs geschrieben wurden, eine Chance haben gefunden zu werden, da ihr Ranking nicht dem Algorhitmus von Suchmaschinen sondern einer menschlichen Qualitätsprüfung unterworfen ist.

Leider, hat sich die Realität anders entwickelt. Wenn ich auf Mister Wong oder ähnlichem Surfe, finde ich massenhaft gute Links zu Themen wie Web 2.0 oder Blogs oder Ajax. Aber z.B. nicht für Musicals. Die einzigen User, die bei Mister Wong zum Thema Musicals wongen, sind meine Konkurrenten, die nur massenhaft ihre eigenen Webseiten verlinken.

Wie ist das mit Yigg? Yannick schreibt, dass man über Yigg nicht unbedingt Traffic beziehen sollte sondern es vorallem als Linkbait genutzt wird und da muss ich ihm Recht geben. Doch erst muss man ein paar Yiggs kassieren, damit der Beitrag nicht in den unendlichen weiten der Warteschleife untergeht. Und wie schaffe ich das?

Mit Vitamin B, ganz wie im richtigen Leben. Im Bereich Social Media läuft wahnsinnig viel über Networking, über Freunde-Listen, ganz nach dem Motto „Yigg meine Artikel, du bist mein Freund, ich yigg deine Artikel“. Leute schreiben sich gegenseitig an, kommen ins Gespräch, packen sich auf die Freundeliste und yiggen ganz automatisch ihre Freunde, warum auch nicht? Dies bringt natürlich die Qualitätsprüfung wieder ein bisschen durcheinander. Ebenso kann man Links zu Yigg Artikeln per IM herum schicken und seine Leute bitten abzustimmen. Ich sage nicht dass das gut ist, ich sage nur, dass das gang und gebe ist, denn so pusht man seine Artikel erstmal auf die Startseite und wenn die Artikel da sind, kommen oft auch ein paar „echte“ Yiggs dazu. Dies sind dann zum einen Yiggs von Leuten die sich denken „hey der Artikel hat schon x Stimmen, da stimm ich auch ab – der muss gut sein auch wenn ich ihn nicht gelesen habe“ oder eben der „bessere“ (im Sinne des Erfinders) Weg, man liest den Artikel und findet ihn gut.

Wenn der Artikel erstmal auf der Frontpage ist gibt es natürlich massenhaft organischen Traffic und auch die ersehnten Links, denn jetzt wird er ja bekannt. Aber natürlich hat so eine Erfolgsstory bei Yigg auch nur ein Artikel zu erwarten , der vom Content her stimmt. Natürlich kann ich mit massenhaft Freunden, spamming über IM, oder Doppelaccounts einen Artikel auf die Startseite pushen, für den sich kein Schwein interessiert, aber das ist nicht der Sinn von Social Media.

Vielmehr sollte man bei Yigg versuchen die Community zu verstehen und auf ihre Bedürfnisse eingehen, so wie im richtigen Leben halt. Nicht die Leute – von denen wir etwas wollen – verbiegen sich für uns, wir müssen uns als Werber/Webworker verbiegen und das liefern, was die Leute brauchen. Dann yiggen sie. Aber hier sind wir wieder bei dem Problem, das es oben schon bei Mister Wong gab.

Was mache ich denn, wenn ich Infos in meinem Blog habe, für die sich bei Yigg kein Schwein interessiert? Was mache ich, wenn ich bei Mister Wong nur Nerds finde? Wenn ich bei Mister Wong vergeblich versuche Leute auf meine Freundeliste zu bekommen, damit sie meine Bookmarks auch speichern oder sich meine Pages ansehen, wenn diese – eben so wie ich – die Betreiber einer Webseite aus einem bestimmten Themengebiet sind und womöglich die Idee von Social Media garnicht verstanden haben, ergo garnicht versuchen zu Networken oder durch Content zu punkten sondern nur massenhaft ihre eigenen Unterseiten abspeichern.


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